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about RilRec

Veröffentlicht in sonstiges

„RilRec Punkrock Indie-Label“ wurde im Februar 2007 in Duisburg gegründet und begrüßte die interessierte Hörerschaft mit dem Soli-Sampler „Wir hören nicht auf mit der Scheiße, bis die Scheiße aufhört!“, auf dem sich nicht nur zahlreiche, sondern auch namhafte Kapellen aus dem Genre PUNKROCK zusammenrauften. Im Oktober 2007 folgten die ersten Band-Releases mit Alben von Nonstop Stereo (Nachfolgeband von BASH!) und The Kleins. Seitdem ist RilRec stetig gewachsen und hat mit der irischen Band „Vamos“, den „Guitar Gangsters“ aus London und "Milenrama" aus Katalonien/Spanien auch die ersten internationalen Akts ins Programm genommen. Inzwischen wurde der Labelsitz nach Essen verlegt, von wo aus das Dreigestirn Maks, Lars und Frank die RilRec-Geschicke leiten.

RILREC arbeitet nicht gewinnorientiert. Mit unserem Hobby möchten wir Musikerinnen, Musiker und Bands fördern, die uns überzeugen und die menschlich zu uns passen. Jeder Cent, den wir einnehmen (und sofern möglich auch etwas mehr), stecken wir in unser Label. Da wir RILREC als Zeit- und Kostenintensives Hobby betreiben, sind die Kapazitäten leider oft eingeschränkter, als wir es uns wünschen. Dennoch denken wir, dass wir in den ersten vier Jahren ein breit gefächertes Programm auf die Beine gestellt haben, welches sich nach dem Motto "klein aber fein" weiter entwickeln wird. (Stand 01.03.2011)

„THE ALMOST COMPLETE STORY OF RILREC" (Stand Januar 2012) 

RREs ist 5 Uhr an einem beliebigen Samstagmorgen im Jahr 1989. Oder 1988. Zwei beste Freunde schieben sich nach dem Konsum billiger Alkoholika (unter anderem steht dieser furchtbare „Kellergeister“ in diesen jungen Jahren noch auf dem Einkaufszettel) im Einkaufswagen gegenseitig durch die Straßen „ihres“ Stadtteils im Essener Norden. Zu dieser Zeit bestimmen armselige Fußballspiele und Punkrock das Leben der zwei spätpubertierenden Nichtsnutze. Naja, in erster Linie bestimmt der Vollrausch das Leben, während alles andere vielleicht besser als Mittel zum Zweck betitelt werden kann. Wieso auch immer die beiden in dieser Nacht ein folgenschwerer Geistesblitz widerfährt, ist bis heute ungeklärt. Doch an diesem Morgen entschließen die zwei sich zwischen Leergut und Bordsteinrinne, ein handliches, S-Bahn-Fahrt-optimiertes A5-Fanzine in die Welt zu kotzen.

Einen Tag später steht auch der dazugehörige Name, dessen Entstehung bis heute ein weitgehendst wohl behütetes Geheimnis darstellt: RILBFHPA. Anfangs noch mehr Fußball- als Musikorientiert, verlagernRR sich die Verhältnisse im Heft von Ausgabe zu Ausgabe, bis der Punkrock relativ schnell die ausgelaugte Pille endgültig von den Seiten kickt.

In den RILBFHPA-Anfangsjahren wächst eine bis heute unerklärliche Verbundenheit und Freundschaft zur damals noch jungen Hamburger Band "Rantanplan", die darin gipfelt offiziell von der Band zu "Problemfanbeauftragten" ernannt zu werden, was soviel heißt wie "Fanpost" zu beantworten (sehr witzige Sache) und Newsletter - beides damals noch auf dem Postweg - zu verschicken sowie den Merch-Versand zu übernehmen. Was für eine Ehre in frühen Jahren. Ihren Höhepunkt findet die Beziehung bei einem Open Air Konzert der Berliner Band "Die Ärzte" in Frankfurt am Main, in dessen Vorprogramm RANTANPLAN auftreten. Leider kommt es an diesem Abend zum Eklat, an denen die beiden RILBFHPA-Protagonisten nicht ganz unschuldig sind, so dass die Hamburger kurzerhand von "RODREC" - dem Label des Ärzte-Bassisten Rodrigo Gonzales - fliegen. Nach so vielen Jahren eigentlich ´ne ganz witzige Erinnerung...

Im Jahr 2001 wird das RILBFHPA endgültig zum siebenundzwanzigsten Mal eingestellt.  Witzigerweise dieses Mal tatsächlich endgültig. ZumindRRest im Printformat. Irgendein schlauer Mensch hat jedoch bereits für Ersatz gesorgt und das World Wide Web erfunden, so dass das RILBFHPA am 19.04.2003 als Onlinezine wieder zum Leben erweckt wird. Ata tritt leider – wie schon in den letzten Jahren der Printausgabe – nur noch sehr selten aktiv in Erscheinung und verlässt irgendwann das Ruhrgebiet in Richtung "geiler hoher Norden", so dass Maks nach kurzer Zeit die Onlineausgabe alleine schmeißt und unter der Labelhomepage bis heute weiterführt. Bis zu 100 eigensinnige Konzertberichte mit ausführlicher Fotountermalung werden so jährlich dokumentiert.

Drei Jahre ziehen ins Land, in denen der verbleibende Rilbfhpaner alles das macht, was er in Sachen Punkrock all die Jahre eh scRRhon oder eben noch nicht gemacht hat. Außer selber ein Instrument in die Hände zu nehmen, denn dafür fehlt ihm die Geduld. Schon 5 Minuten die Klampfe in der Hand und immer noch nicht perfekt? Das ist nix für ihn. Doch nach Merch, Booking und Konzertorga sind die Möglichkeiten irgendwann ausgeschöpft, so dass nur noch eins bleibt: Ein Label.

Doch bis es dazu kommt, muss der Zufall etwas nachhelfen. Im Zuge der Studierendenproteste 2006 gerät auch Maks – nach seiner spätpubertierenden Phase folgerichtig auch Spätstudierender - in die Fänge der Staatsmacht. Insgesamt sind es 52 Personen an seiner Uni, die unter anderem nach der Besetzung des Rektorats wegen Hausfriedensbruch und teilweise wegen sogenannten Widerstandes Anzeigen am Arsch haben. Ein Haufen Kosten, der die Damen und Herren erwartet. Nach etlichen Solikonzerten reicht die Kohle immer noch nicht aus, so dass Maks sich zusammen mit seinem Konzertveranstaltungskumpel Lars dazu entschließt, einen Solisampler auf die Beine zu stellen. Dank der in den Jahren zusammengepferchten Kontakten, stehen am Ende 27 Bands auf dem Inlay, unter anderem die Terrorgruppe, Muff RRPotter, Pascow, Rantanplan, No Recpect, ZSK, Alpha Boy School, Electroduendes (Spanien), Kettcar, Zwakkelmann, und so weiter und so fort, blablabla. „Wir hören nicht auf mit der Scheiße, bis die Scheiße aufhört“ schafft es tatsächlich die am Ende vor Gericht Gezerrten finanziell komplett zu unterstützen. Diese Compilation, die noch unter „RILBFHPA DIY-Label“ erschien, war somit der Startschuss für eine neue RILBFHPA-Epoche.

Fast auf dem Tag genau 1 Jahr später erscheinen mit „Solides Grundrauschen“ von Nonstop Stereo und „Pardon Me, Sir!“ von The Kleins die ersten Bandveröffentlichungen auf dem Duisburger Label, welches inzwischen in „RILREC Indie-Label“ und später in „RILREC PunkRock IndieLabel“ oder eben einfach nur „RILREC“ umgetauft wRRurde, um niemanden unnötig zu verwirren. Kurze Zeit später stößt Frank, Sänger und Kopf von Nonstop Stereo und BASH!, als drittes Mitglied zum Label und komplettiert das musikbegeisterte Trio.

2009 erscheint mit „Badge Of Honour“ von den GUITAR GANGSTERS aus London die 12. Veröffentlichung, mit der auch endlich mit BROKEN SILENCE der optimale Vertrieb für das Label gefunden wird. Das Label zieht offiziell zurück in die RILBFHPA-Geburtsstadt Essen und bis Ende 2011 haben RILREC 23 Veröffentlichungen vorzuweisen. Neben den GUITAR GANGSTERS stehen mit VAMOS aus Irland, ROXY EPOXY aus den USA und MILENRAMA aus Katalonien/Spanien inzwischen auch einige internationale Kombos auf dem Katalogzettel. Trotzdem bleibt RILREC für das engagierte Trio ein kosten- und zeitintensives Hobby. Die Unkosten für das Label übersteigen nach wie vor die Einnahmen des Labels und des kleinen anhängenden Mailorders. Doch getrost dem Motto „Hobbies kosten nun mal Geld,“ agiert das Trio aller Vernunft zum Trotz engagiert weiter und nimmt Anfang des Jahres 2012 mit der Band „SO WHAT!“ und ihrer 10‘‘ „Gutter Or Miss“ die inzwischen 16.  Label-Band unter ihre Fittiche. Und wenn sie nicht gestorben sind, veröffentlichen sie noch heute. Amen.