21. Juni 2014, Rock am Berg in Merkers (Thüringen)

2. Tag

* Gastbericht by Tüddel *

Da mich der Veranstalter drum gebeten hat: TAG 2

Aufgewacht. Puh, was ein köstlicher Geschmack im Mund. So krabbelte ich noch leicht zerstört aus dem Zelt, wo ich absolut keine Erinnerung hab wie ich da überhaupt noch rein gefunden habe, und erstmal Zähne putzen. Draußen tummelte sich schon ein Teil der Gemeinschaft, von der ich leider erfahren musste, dass Lena (Sänger-Sibbes-Freundin) im Krankenhaus ist :-0 Irgendein Infekt oder ähnliches, der seit der Nacht scheinbar sämtliche Flüssigkeit aus ihrem Körper raus spülte. Scheiße!! Und sowas auf einem Festival. Nichts desto trotz musste der Festival-Alltag ja weiter gehen.

Stemmen und ich machen uns an unser Standard-Frühstück: Gemüseravioli. Gepimpt mit einem übrig gebliebenem Sojasteak. Dazu wird dieses mal gesittet Wasser statt Dosenbier kredenzt. Als wir nach ca. 20 min merkten, dass der Wind draußen zu stark ist für den Kocher und wir ins Zelt gezogen sind, wurden die Raviolis auch endlich warm. Sibbe und Ori sowie einige weitere Leute krochen nach und nach aus ihren Löchern und kamen Richtung Zelt (Außer Mario und Inga, die gefühlt bis Nachmittags inner Poofe lagen). Irgendwann tauchte auch Veranstalter Sven auf, der dann was von Kaffee erzählte. Juhuu!

Dauerte ein wenig, aber den hatten wir alle nötig. Besonders Sibbe, die arme Sau, der die Nacht bei Lena im Krankenhaus verbracht hatte. Übrigens hatten wir ja das Thema Nahverkehr bereits im ersten Bericht; Taxen scheinen aber auch akute Mangelware zu sein in dem beschaulichen Dörfchen. Aus diesem Grund hat sich Sibbe dann auch später das Auto von Sven geliehen (mega nett!) um Lena nach der drölften Infusion abzuholen.

So langsam saßen wir dann auch alle wieder draußen mit Musikwürfel (auf dem sich ausschließlich Top Hits befanden - von Tic Tac Toe bis Kassierer war alles was das Herz begehrt zu finden) in der Runde. Darauf erstmal ein Pils. Leider macht keiner mit. Die Herren waren sich um die Uhrzeit wohl noch zu fein für ne Büxe. Zum Glück ist Inga dann auch mal aufgestanden und macht mit. Prost!

Danach erstmal ne Runde Frühsport. Fußball ist angesagt. Mehr oder weniger geschickt wird die Melone Richtung Torwand geschossen, geköpft und gelupft. Bevor das Ganze aber wirklich in Sport ausartet lieber schnell zum gut sortierten Plattenstand. Verdammt, wieso hab ich bloß so wenig Kohle mit. Aber wenigstens ist der Rest glücklich da raus gegangen, besonders Mario hat 2 kulinarische Köstlichkeiten erworben.

13:30. Die erste Band spielt: KH Feuermelder. NPP hat scheinbar im Osten schon mal das Vergnügen gehabt mit denen zu spielen, so sind wir dann nach vorn gelatscht zum supporten. Ist jetzt echt nicht so meine Musik, aber nette Leute sind es allemal. Kurz zurück auf ne Dose und dann Zinnschauer bestaunen. Auch nicht meine Musik, aber so verdammt gut, das ich froh bin mir das angeschaut zu haben.

Dazu kam bestes Wetter. Die Sonnenbrillenfraktion machte sich auf der Bank breit und erfand den“ /\/\ Merkers“!!-Gruß. Falls das jetzt hier jemand von Trouble Orchestra liest oder wer da sonst noch mit auf der Bank saß: Ich hätte gern das lässige Foto von der Geburtsstunde des Handzeichens.

Schon 4 Uhr. Zeit für einen Nachtmittagssnack. Vom Vöner wurde schon seit dem Vortag geschwärmt. Die 4 Euro hab ich dann mal im Vertrauen auf den Geschmack der anderen investiert. Und ja, verdammt, war der lecker!! Der Salatkram schön klein geschnibbelt, sodass einem nicht ständig ein Rotkohlfaden aus dem Mund flattert. Die Sauce(n) mega gut und reichlich. Außerdem gabs Jalapenos, was ich enorm abfeierte. Ich muss zugeben, einen zweiten hab ich mir später auch noch gegönnt. Manch einer hat sich gar 3-4 reingezogen sagt man.

Während wir genüsslich aßen, wurden unsere Ohren von Fat Belly verwöhnt. Insbesondere Stemmen hat die Band inklusive der Ansagen in sein Herz geschlossen. Der hat ja jetzt am 21.7. Geburtstag. Wer ihm also eine Freude machen möchte, könnte ihm eine Fat Belly Platte oder ein Konzert-Ticket investieren. Nur so als kleiner Tipp (Ich hoffe das Maiskorn in deinem Ohr hat keine bleibenden Schäden hinterlassen!)

17:50 Simon & Simon verpasst, aber zu Trouble Orchestra stand die versammelte Mannschaft wieder am Zaun. Das hat mal richtig Laune gemacht! Sogar das /\/\ Merkers-Zeichen kam von der Bühne. Großes Kino! Und nette Leute. Captain Planet spielten vor den Abstürzenden Brieftauben, die auch nicht mehr das sind, was sie mal waren. Erstmal ne Büchse am Zelt. Das Astra neigt sich dem Ende, aber Jever ist noch da (Jonas falls du das liest: nein, ich musste erstaunlicherweise nicht abjevern).

21:20 Ivan Ivanovitch drang bis zum Zeltplatz durch. Finden die meisten eher Semi, ich wollte mir den Spaß trotzdem kurz rein ziehen. Vielleicht gibt’s ja auch wieder n Gürkchen und Wodka abzustauben wie im Panic Room damals. Gab es nicht, dafür aber ne Menge Spaß. Vor Fucking Faces nochmal flott zu dem Rest und ab geht’s. Richtig gute Stimmung, nur leider kann ich kein genaues Feedback mehr zu dem Auftritt geben. Immer dieses Jever. Bei irgendeinem Auftritt in der Nacht flogen auch noch Böller in die Menge. Leute, ich bin echt ein riesen Freund von Pyro. Aber wegen solchen Scheiß-Aktionen sind Bengalos im Stadion verboten und plötzlich gefährlich statt Ausdruck der Freude o.ä. So ein asozialer Kot die Böller einfach in die Menge zu werfen. Mich ziert davon tatsächlich noch heute ein blauer Fleck plus leicht aufgeplatzte Stelle am Oberschenkel. Trotz Jeans. Wäre sowas im Gesicht / am Ohr / am Auge explodiert weißte bescheid. Schäm dich du Arschloch. Pro Pyro – Gegen Dummheit!

Die Rückfahrt wurde ziemlich früh, gegen 9, angetreten. Lena musste mal besser in ihr Bett. Mario & Inga wurden dafür aus dem Tiefschlaf gerissen. In ihrer völligen Überforderung mit der Uhrzeit haben sie es auf ominöse Art und Weise geschafft auf dem Weg nach Hamburg oder beim Packen ihre extra aufbewahrten Vöner zu verschludern. Wäre eigentlich ne kluge Idee gewesen. Eigentlich.

Ruhige Rückfahrt mit runzeliger Rihanna Hand, Cameltoe, Justin Biber & Chipse. Auspacken, Essen gehen (endlich mal wieder n Döner, aber dieses mal in Form eines Tellers), Fußball & Tatort. Ach, was ein Sonntag. Montag musste ich das wunderschöne St. Pauli leider wieder verlassen und ab mit dem Flixbus nach Recklinghausen zurück in die Realität. Danke an Sven, Stefan, NPP (!!), Inga, Lena, Kalle, den der uns das Kabel geliehen hat und alle anderen für das großartige Wochenende.

PS: Um ein Rätsel zu lösen: Die von mir nicht erwähnten Stromausfälle kamen übrigens dadurch, dass der Vormieter des Geräts Heizöl rein gekippt hat um zu sparen. Das fanden die Filter nicht so geil und haben dicht gemacht.

* Gastbericht by Tüddel *