Bazooka Zirkus "Kurze Hose, Holzgewehr" (CD)

Kurze Hose HolzgewehrVERÖFFENTLICHUNG RR 024, 11.11.2011

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Im Vertrieb von Broken Silence.

Ihr Debutalbum! Bazooka Zirkus – Im Jahre 2009 von "Christian Audigier" gecastet und designed. Das "Prestige-Objekt" in Chefsache – auserkoren um als unentbehrlicher Ohrenschmaus heranzuwachsen und zu gedeihen, verzaubert es nun die Hardcore-Punk Herzen der schönen und Reichen. Es will sogar noch mehr als nur Euer scheiß Geld! Es weckt Begehrlichkeiten.

Als sich die Band Anfang des Jahres 2009 formiert, haben einige Mitglieder der Gruppe schon über zehn Jahre gemeinsam in diversen Projekten Musik gemacht. Andere Teile der Band hatten sich hingegen seit mehr als einem Jahrzehnt aus den Augen verloren und bestreiten nun eine musikalische Renaissance.

Denn was die Zeit gänzlich überdauerte, ist die gemeinsame Liebe zur Musik, ...zum Hardcore! Darum werden jetzt die Zeiger wieder auf Null gestellt und in die Hände gespuckt. Andere bestehende Projekte werden aufgelöst, krisensichere Jobs gekündigt, junge Ehen annuliert .

Es ist hörbar, daß man sich gerne an die persönlichen Helden längst vergangener Tage erinnert, an alte US-Bands wie Bad Brains, Bold oder Suicidal Tendencies. Die Prägungen welche die 5 Jungs durch Jahre langes Musik machen geschliffen haben, sind aber ebensowenig zu leugnen. Der Sound ist aktuell und frisch, die Texte sind deutsch, denn sie sind es wert.

Man möchte sofort seine Autoschlüssel wegwerfen und sich auf ein Skateboard schwingen, oder wenigstens eine riesige Schaufensterscheibe einschmeißen.

Schnallt Euch an, wir brauchen keine Gurte!

Die Tratsch- und Klatschpresse urteilt wie folgt:

USELESS: Kurz rein gehört, und ja, BAZOOKA ZIRKUS sind ne Bombe! Endlich! 13 mal Hardcore mit deutschen Texten, die zum Glück obenrein noch so geil unpeinlich sind. Die Musik ballert alles so dermaßen abwechslungsreich weg, dass es eine wahre Freude ist. Das ist schnell, laut, gut produziert und das beste: die Jungs aus Neuwied spielen auch noch absolut tight!

Das in letzter Zeit stark strapazierte Genre „Hardcore“ bekommt mit BAZOOKA ZIRKUS eine neue Band dazu, die wieder eine frische Brise aus den Boxen wehen lässt. Lauter, lauter, lauter!

FURIOUS CLARITY: Der Einheitsbrei war bereits vorgestern kalt und ungenießbar, BAZOOKA ZIRKUS kochen mit frischem Gemüse und hinterlassen Glassplitter in deiner faden Kantinenmahlzeit. Die drei Grundsteine einer jeden Revolution heißen Attitüde, Energie und Karneval. Und das haben BAZOOKA ZIRKUS schon vor langer Zeit begriffen.

BIERSCHINKEN: Selten decken sich Sätze aus Promoschreiben mit dem tatsächlich Inhalt eines Tonträgers (zumindest aus Rezensentensicht..). Aber der Satz "Man möchte seine Autoschlüssel wegwerfen und sich auf ein Skateboard schwingen oder wenigstens eine Schaufensterscheibe einschmeißen" trifft es einfach auf den Kopf. Der Fünfer aus Neuwied verbindet gute Texte und jede Menge musikalische Power zu ner Mischung die einfach nur nach vorne geht. Allerdings artet das Ganze nicht in reines Gebretter aus, sondern kommt immer wieder in eine melodische Schiene zurück.

Lauter drehen, ausrasten, kaputtschlagen. Besonders die Rhythmusfraktion leistet ganze Arbeit. Einige Bass-Intros/Passagen erinnern stark an die (damals) mächtigen Suicidal Tendencies. 13 Volltreffer mal in Deutsch, mal in Englisch. Einfach großartig!

PLASTIC BOMB: Rollbrett kompatibler Hardcore aus Neuwied und zwar der äußerst famosen Art. Die Jungs ragen aus der enormen Wust der Veröffentlichungen in diesem Sektor allerdings schon allein aufgrund der Tatsache heraus, dass sie im Gegensatz zu vielen Kollegen aus  Hardcorehypehausen nicht so sehr in die BLACK FLAG meets early DC-Hardcore Ecke gehen. Relativ ungewöhnlich sind auch die deutschen Texte. Geht musikalisch auch eher stark in Richtung Youth Crew Hardcore a la YOUTH OF TODAY, CHAIN OF STRENGTH und Konsorten. Glücklicherweise  ohne die sonst in diesem Genre üblichen peinlichen Kindertexte von verwöhnten Mittelklasseblagen mit „Klarheit“ inne Birne und Filzstift anne Hände. Haben zwar auch leichte Metalleinflüsse, aber  im Mitte der 80er Sinne. Soll heißen SUICIDAL TENDENCIES und TOKEN ENTRY standen wahrscheinlich im Kinderzimmer und keine EARTH CRISIS Platten (wo kleine Menschen mit großen Komplexen künstlich aufgeblasene Musik machen). Die Jungs sind so tight, da wäre jedes weitere zur Beschreibung verwendete Adjektiv oder Substantiv höchstwahrscheinlich sexistisch (barely legal Hardcore sozusagen). Textlich keine hohlen Phrasen, sondern humorvoll, zynisch, persönlich und auch ganz schön kritisch, stellenweise wird hier fast sogar so was wie ne zeitgemäße, etwas reflektiertere Variante von HAMMMERHEAD zum besten gegeben. Mein persönlicher Hit der „Kurze Hose, Holzgegwehr“ ist „Schöner Proll“: “Zierde der Fußgängerzone grad wie aus dem Ei gepellt. Jedem so viel Eitelkeit, als es ihm an Geiste fehlt, Schöner Proll – Go out in style.. Schöner Proll – Ed hardy, Schöner Proll – oh Phillipp Plein. In Haute Couture mit Strass-Pailetten und mit gezupften Augenbrauen. Sich Samstag Nacht in die Adretten Caipi-Schnauzen hauen.(...)“. Kommt definitiv in meine Playlist für diese Ausgabe.