AJZ Bahndamm, Wermelskirchen: Swingin' Utters (US), Atlas Losing Grip (SWE), Skin Of Tears (DE)

(8- 51/2013 - 931)*

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Donnerstag, 04.07.13, 17:35 Uhr: Heute wird unsere allererste Radionsendung gesendet. Das macht man mit Sendungen halt so. Es gibt zwei Möglichkeiten für mich. Entweder ich verstecke mich im Keller oder ich verpiss mich. Und da im wundeschönen AJZ Bahndamm Swingin' Utters spielen, deren neue Platte ich gerade ziemlich abfeier und die ich - glaub ich - noch nie live gesehen habe, lass ich Keller Keller sein und tritratrulala. Los geht´s.

17:50 Uhr: Meine kurze Büdchentour führt mich durchs malerische Witten-Annen, womit bereits frühzeitiger kultureller Hochgenuss garantiert ist, mit ohne Musik. Außer wenn mal ´n tiefer gelegter BMW vorbeifegt, dann mit Musik.

18:38 Uhr: Seit 18:19 Uhr lunger ich Büdchen suchend in Dortmund rum. Bin endlich fündig geworden und setze mich mit Proviant vor den Hauptbahnhof um auf den Fötus zu warten, der - wehe wenn nicht - in sieben Minuten eintrudelt. Vor mir gehen zwei ältere Herren aufeinander zu, beide mit nur kleinen Plastiktüten bewaffnet. Es entsteht ein heftiger Disput, den ich akustisch aber nicht mitbekomme. Nach einigen Minuten gestenreichen Gestikulierens (welch ein literarischer Hochgenuss das hier heute wieder ist), greift einer der Herren in seine Tüte und reicht dem anderen eine leere Pet-Flasche im Leergutwert von 25 Cent. Der andere lehnt jedoch ab und da es jetzt lauter wird, kriegen auch meine gestörten Lauscher was mit: "Nimm!", "Nein!", "Doch, jetz nimm!", "Nein, nimm ich nicht." Undsoweiterundsofort. Scheiß Globalisierung.

18:57 Uhr: Ankunft paar Meter umme Ecke, da werden wir mit Auto mitgenommen. Mein Hirn hat es mal wieder nicht geschafft den Namen unseres Fahrers bis zum nächsten Morgen zu retten. Netter Kerl jedenfalls, auf Anhieb sympathisch und dass er uns mit nach Wermelskirchen nimmt, ich mich in seinem Auto betrinken darf und wir auch noch die RilRec Radioshow ´ne Stunde vor Ausstrahlung via CD-Player hören können, macht die Reise für mich perfekt. Prost!

20:44 Uhr: Pünktlich um halb haben "Skin Of Tears" losgelegt. Die Melodypünke haben ein Heimspiel und ja, es gibt sie wieder. Sehr schöner Auftritt, das geht gediegen ins Ohr und ist ein optimaler Einstieg in einen hoffentlich weiter so laufenden Abend.

21:21 Uhr: "Atlas Losing Grip" hatten mir schon auf dem Wilwarin Festival gefallen und hier in nem kleineren Laden kommt das nicht minder gut. Bisken komisches Gepose vom Typ mit dem Whitsnake-Shirt, da er mit diesem aber wieder Pluspunkte einfährt, alles tutti. Schön, töffter Abend. Ich freu mich. Cheers!

22:40 Uhr: Hier gehört eine Aneinanderreihung von Superlativen hin. Ich bin total geflasht. Was machen die denn da? "Swingin' Utters" blasen mich dermaßen weg, dass ich tatsächlich den Gig über nahezu durchtanze. Naja, was ich halt so unter tanzen verstehe. Auf jeden Fall deutlich mehr als wippeldiwipp, wie ich es sonst bestenfalls dingse. Jedenfalls geraten auch andere Körperteile automatisch in Wallung. Das ist das geilste, was ich in den letzten Jahren zu sehen bekommen habe. Snuff natürlich mal ausgeklammert und auch die erste Baboon Show im Sonic Ballroom ist natürlich nicht zu toppen. Aber danach kommt für mich definitiv das hier. Supergeile Scheiße, ich bin hin und weg!

23:53 Uhr: Band durch, ich auch. Noch ein letztes Bier im stehen. Der Hammer alles. Und dann passiert das: Neben mir steht plötzlich Martha. Ich weiß nicht, wie viele Jahre wir uns nicht gesehen haben. Die Freude ist riesig. Draußen steht leider schon die Bande zum abfahren bereit, also vier-fünf Mal in den Arm genommen, uns unsere gegenseitige Freude - von mir in erster Linie lallend - bekundet, und dann ab Richtung da wo ich herkomm.

0:24 Uhr: Netterweise fahren wir über die A44 zurück, so dass Fö mich an der Autobahnabfahrt Witten-Stockum mit einem gut gezielten Kick in die richtige Laufrichtung befördert. Noch ´ne viertel bis halbe Stunde die frühlingshafte Sommerluft in diesem auf einmal wunderschönen Industrieviertel genießen und dann doch für die letzten Meter ein Taxi rufen. Boahr, nee, ey, watten schönen Abend. Blöd nur, dass ich Morgen früh bestimmt wach werde und der Kater die Euphorie bremsen wird. Lebbe geht weiter. Gute Nacht!

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 *) Die da ganz oben inne Ecke vergebenen Points (1.Zahl) beziehen sich ausschließlich auf die subjektive Qualität meines persönlichen Wohlbefindens an diesem Abend und haben somit nur sehr, sehr und vor allem sehr bedingt etwas mit den Bands selber zu tun. Die Zahl dient mir dazu, um mit nur einem Blick zu erkennen, ob es sich für mich im Alter lohnt, mich irgendwann mal an diesen Abend zurück zu erinnern. Der Rest ist ebenfalls für die Statistik: Das war Konzertbericht Nr. XX in 2012 (2.Zahl/2012) und in diesem Onlinzine der insgesamt XXX. Bericht (3. Zahl).