Druckluft, Oberhausen: Plastic Bomb Party mit Feine Sahne Fischfilet (DE), Kaput Krauts (DE)

(6- 52/2013 – 932)*

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Samstag, 06.07.13, 14:12 Uhr: Eigentlich war der Plan, dass ich jetzt beim Plastic Bomb Lagerverkauf abhänge. Stattdessen liege ich im Bett und schaue mir amerikanische Lachserien an, was ich nun nicht wirklich zu meinen typischen Freizeitbeschäftigungen zähle. Nur leider plagen mich schon den ganzen Tag ziemlich merkwürdige Kopfschmerzen. Mögen die weniger aufmerksamen StammleserInnen an dieser Stelle noch denken "Maks, Du Idiot. Gestern war Freitag. du hast einfach nur Deinen allsamstäglichen Kater und weil Du langsam alt wirst, kannst Du Dich schlichtweg nicht daran erinnern, dass das jeden Samstag so ist", so denken diejenigen, die etwas gewissenhafter die wöchentlichen Zeilen hier lesen: "Wie jetzt? Du warst doch gestern gar nicht weg." Und genau die haben recht und das "merkwürdig" in dem Sinne bereits verstanden: Ich habe gestern nix getrunken und habe trotzem an genau einer Stelle im Köpfchen seit viel zu vielen Stunden Kopfpinne. Immerhin habe ich vor drei Stunden diversen Kram für die Plastic Bombler noch flott zu Lars geschafft, der bereits frühzeitig den schaurigschönen Hinterhof in Duisburg-Duissern aufsuchen geworden waren hat. Ich hingegen merke gerade, dass die Entscheidung darauf zu verzichten und mich hoffentlich dafür auf Abends konzentrieren zu können, die genau richtige war. Denn es setzt gerade wieder so ein unherrlicher Schub von Stichen ein. Bedenke Mensch hinzu, dass ich aus geschlechtsspezifischen Sozialisationsgründen natürlich verstärkt dazu neige, Schmerzen zu verbalisieren und rumzujammern, möge man zwar trotzdem kein Mitleid und Verständnis für meine Situation aufbringen, aber zumindest keine Ahnung was.

17:10 Uhr: Drauf geschissen, wir krabbeln jetzt los. Wetter ist schön und mit kalten Getränken dazu wird´s sicher bald. Dass diese das wirklich einzige Mittel gegen Kopfschmerzen sind, weiß die Punkrockwelt nicht erst seit den Beatles. Also mal los, das Büdschen mitnehmen und tralala.

18:16 Uhr: Vor dem Druckluft ist es tatsächlich noch überschaubar. Trotzdem freuen wir uns schon jetzt über Leute, die wir hier alljährlich treffen, aber sonst nur höchst selten. Bäppi und Jan sollen da mal stellvertretend für all die anderen stehen, die mir jetzt gerade nicht einfallen. Britt und Sascha sorgen dafür, dass hier erstmalig in der Geschichte der PB-Partys ein Eiswagen – mit überwiegend veganen Eissorten – steht und natürlich sind auch Steffi, Ente und Schicko da um uns mit veganer Dönertasche zu verköstingsen. Und: Bier gibt´s auch! Krass. Da freuen sich meine Kopfschmerzen, die dann sicher gleich weg sind.

18:26 Uhr: Sarah überredet uns aus Gründen des Wetters die Trash-Tombola zu dingsen. Ich hab die Zusammenhänge nicht verstanden, aber da geht ja eh kein Weg dran vorbei. Nach acht gezogenen Losen haben Sabbi und ich jeweils vier Gewinne. Das mit den "keine Nieten" ist ganz schön clever, denn so ziehen so Volltrottel wie äh… weiß nicht, immer mehr Lose um irgendwann mehr Gewinne zu haben, als die/derjenige die, der, das wo, blablabla. Und das funktioniert nicht solange beide immer gleich viel ziehen, es sei denn, einer kann seine Gewinne nicht mehr halten und verliert eins und dann kommt ein Hund und frisst ihn auf. Mein erster Gewinn ist eine Cranberries-CD, die ich direkt der begeisterten Dame nehmen mir gebe und dafür ein anderes Gewinnlos von ihr enthalte. Dafür bekomme ich ein zerrissenes T-Shirt von einer Band, von der ich noch nie was gehört habe. Außerdem gewinne ich eine 7'' von Analterror, dessen Cover man nicht mehr allzuoft berühren sollte, noch ein T-Shirt wie bereits erwähnt, nur in einer anderen Farbe und noch irgendwas. Ich kann jedenfalls mit meinen Gewinnen den Trash-Charakter der Tombola bezeugen.  Sabbi gewinnt ähnliches, aber auch sowas wie einen Hauptgewinn, nämlich ein lilanes Tütü, welches Sascha unheimlich gut als Haarpracht steht, was daran liegt, dass es gar kein Tütü, sondern eine Perrücke ist. Wenn ich mir in dieser schönen Situation noch schnell ein Bier hole, sind alle glücklich.

19:12 Uhr: Ungefähr ´ne halbe Stunde spielt jetzt die Band, die mich musikalisch leider als einzige in diesem Jahr reizt. Was auch mit der Absage von Todeskommando Atomsturm zusammenhängt. Leider aber auch vor kurzem erst noch im Rattenloch gesehen. Macht trotzdem Laune und der Ansage des Sängers, er kann keine Ansagen, möchte ich an dieser Stelle mal widersprechen. Denn schöner hätte man das mit den Nazis doch gar nicht ausdrücken können.

19:35 Uhr: Dass mich ansonsten musikalisch hier nix berührt, spielt bei dieser Veranstaltung noch weniger ´ne Rolle als sonst. Denn hier trifft sich wirklich Frau Hinz und Herr Kunz und es ist Jahr für Jahr einfach nur herrlich abzuhängen, zu trinken und zu schnacken. Prost!

20:20 Uhr: Feine Sahne auf der Bühne, ich nur sehr kurz davor. Wie schon letztens erwähnt: Hut ab vor dem Engagement der Herren. Musikalisch aber leider gar nicht mein Ding.

20:55 Uhr: Über zwei Stunden hat das mit dem Bier vs. Kopf echt gut funktioniert. Doch seit ´ner knappen halben Stunde stellt sich mein Schädel immun gegen diesen Wirkstoff. Ich fasse mal schnell für mich zusammen: Ich habe zwei Bands ausgeharrt, ich habe zur eigenen Freude ´ne Menge bekannte und befreundete Menschen getroffen, das was in meinem Kopf rumspukt, wird von Minute zu Minute alles andere als besser. Habt Ihr auch gerade den Pommeswagen klingeln hören? Gute Nacht!

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 *) Die da ganz oben inne Ecke vergebenen Points (1.Zahl) beziehen sich ausschließlich auf die subjektive Qualität meines persönlichen Wohlbefindens an diesem Abend und haben somit nur sehr, sehr und vor allem sehr bedingt etwas mit den Bands selber zu tun. Die Zahl dient mir dazu, um mit nur einem Blick zu erkennen, ob es sich für mich im Alter lohnt, mich irgendwann mal an diesen Abend zurück zu erinnern. Der Rest ist ebenfalls für die Statistik: Das war Konzertbericht Nr. XX in 2012 (2.Zahl/2012) und in diesem Onlinzine der insgesamt XXX. Bericht (3. Zahl).