AK47, Düsseldorf: Todeskommando Atomsturm (DE), Kaput Krauts (DE)

(7 – 100/2013 – 977)*

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Donnerstag, 26.12.13, 18:31 Uhr: Die Kränkelungskackscheiße nimmt kein Ende. Fieber hin, Fieber her, Stirnhölenblablabla, Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Ihr wisst schon. Nichtsdestorotz ist heute Pflichttermin. Todeskommando Atomsturm haben ´ne ganz, ganz große Platte rausgebracht und ich hab die Dame und die Herren bisher nie live erleben dürfen. ´ne halbe Stunde vor dem Start gesellt sich zu den Wehwechen noch flüssigster Stuhlgang hinzu. Perfekt. Dann mal los Richtung 100.Konzert in diesem Jahr. Darauf ausnahmsweise mal ein Bierchen. Prost!

19:10 Uhr: Die Wartezeit am Hauptbahnhof meiner Wahl wird mir dank der Konversation zweier End-Fuffziger versüßt. Kaum stehe ich dort, werden ihre Gespräche lauter, so dass ich die Dauer ihrer Knastaufenhalte sowohl mitkriegen soll, als auch muss. Irgendwann nähert sich mir einer der Herren und sagt, dass es jawohl nicht angehe, die Ausländer für alles verantwortlich zu machen. Ich bin total perplex und es entwickelt sich tatsächlich ein Dialog mit überraschend übereinstimmenden Ansichten. Nach wenigen Minuten mischt sich sein Kumpel ein und meint: "Was aber echt nicht geht ist, dass die Türken hier unsere (!) Frauen ficken." Bevor ich überhaupt reagieren kann, schaut mich sein bis dato ja recht vernünftiger Kumpane an und teilt mir mit, dass er damit ja irgendwie auch recht habe. Just in diesem Moment, der teutschen Bahn sei endlich mal Dank, kütt mein Zug. Meine Fresse.

21:44 Uhr: Todekommando Atomsturm haben den Abend eröffnet. Sehr gut. Kaput Krauts habe ich in letzter Zeit scheiße oft gesehen und zugegeben, kann man die auch gar nicht scheiße oft genug sehen. Aber wenn mir dann im Laufe der zweiten Band doch der Sinn nach Pommes ist, wäre das nicht ganz so tragisch, als wenn ich vom Todeskommando was verpasse. Und die hauen mich echt aus den Socken. Ich spinne mir im Biergetränkten Grippeschädel Parallelen zu Nasty Jeans aus Kiel zusammen. Und zu Karate Disco, weil die Sängerin ebenfalls dem Jägermeister verfallen ist.

21:54 Uhr: Feiger Kaput Krauts-Sprühluftschlangenangriff auf die Band. Vergeltung wird versprochen.

22:31 Uhr: Verdammt. Super Auftritt. Fast schon schade, dass die mit Twisted Chords ein äußerst sympathisches Label haben. Tobi, die haben übrigens gesagt, dass Du voll der Arsch wärst. Band, falls Ihr zufällig mal vom Label geschmissen werdet, sagt mal Bescheid. Pfeif und hüstel.

22:37 Uhr: Eigentlich wollte ich so langsam die Öffnungszeiten der umliegenden Pommesbuden checken, doch KK-Sänger Fossi nötigt mich zum Mexikaner. Verdammt, jetzt kann ich mich schlecht unauffällig verpissen und "muss" tatsächlich noch ein paar Songs bleiben.

22:53 Uhr: Und die waren und sind immer noch wie gewohnt verdammt großartig. Die Stimmung ist prächtig, aber da die Verbindung von Düsseldorf ins eigene Heiabettchen äußerst beschissen ist, muss ich mich jetzt doch leider vom Acker machen.

22:54 Uhr: Coco, die sich seit Stunden für diesen Zweck unter dem Tisch neben der Eingangstür versteckt hat, springt empor, rennt hinter mir her und ruft "Guten Appetit". Großartig!

23:30 Uhr: Ich: Durchorganisierter Mensch. Entsprechend habe ich auf meinem schlauen Zettel drei Rückfahrvarianten gedruckt, um mir aus diesen je nach Fittigkeit (!) zu gegebener Zeit, also jetzt, eine auszusuchen. Bis zum Stadteigenen Hauptbahnhof dauert es knapp 90 Minuten. Von da müsste ein Taxi für´n Zehner her, weil an laufen ist nicht mehr zu denken. Dann gibt es noch die 73 Minuten-Variante bis Bochum-LA. Von dort kostet das Taxi 16 Euro. 17 Minuten kürzer, 6 Euro teurer. Da wähle ich natürlich die längere Strecke. Letzte Option wäre eine nur 40 Minuten dauernde Fahrt bis Bochum Hbf und von dort für 25 Euro mit Taxi. Nee, also nu wirklich nicht. Dafür bin ich dann doch noch zu fit, um 15 Euro zusätzlich zu berappen. Also ab inne S-Bahn, Wecker gestellt und schwuppdiwupp Richtung Erstwohnsitz.

23:48 Uhr: Ich muss pissen wie Hulle und frage die Schaffnerin, ob wir irgendwo mal einen längeren Aufenthalt haben. "Wo müssen Sie denn hin?" "Nach Witten." "Hihi, ja in Witten hätten wir drei Minuten Aufenthalt." Na bravo.

0:24 Uhr: Meine Blase droht zu platzen, ich bin inzwischen Schweißgebadet. In diesen beschissenen S-Bahnen gibt´s ja schon seit Ewigkeiten keine Klos mehr. Doch ich halte natürlich inne, während der junge Mann neben mir an irgendeinem Gevelsberger Bahnhof kurz den Lörenz raushält und sich Platz in der Blase verschafft. Alter Revoluzzer.

0:37 Uhr: Nächster Halt Hagen Hbf, unser Zug endet hier. Bitte alle aussteigen. Wie bitte was? Da fällt mir auf, dass ich mir tatsächlich den Plan für den 1.Weinhachtstag ausgedruckt habe und am zweiten fahren die Züge anders. Als wenn ich nicht schon genug gestraft wäre, weil in Witten sämtliche Trinkhallen geschlossen hatten.

0:39 Uhr: Ich frage den Zugsteuermann, ob es wirklich nicht weiter geht, denn schließlich sprach die Schaffnerin von drei Minuten Aufenthalt in Witten. Doch diese ruft nur aus dem Hintergrund: "Konnten Sie sich gerade schön entleeren?" – "Äh, nein, das war jemand anderes".

0:41 Uhr: Mir bleibt echt nix anderes übrig, als von Hagen ein Taxi zu nehmen. Supergeil.

1:02 Uhr: 30 Ocken auffen Kopp. Ich glaub es nicht. Ich Trottel. Dann geh ich mich jetzt nochmal schön entleeren. Gute Nacht.
 

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 *) Die da ganz oben inne Ecke vergebenen Points (1.Zahl) beziehen sich ausschließlich auf die subjektive Qualität meines persönlichen Wohlbefindens an diesem Abend und haben somit nur sehr, sehr und vor allem sehr bedingt etwas mit den Bands selber zu tun. Die Zahl dient mir dazu, um mit nur einem Blick zu erkennen, ob es sich für mich im Alter lohnt, mich irgendwann mal an diesen Abend zurück zu erinnern. Der Rest ist ebenfalls für die Statistik: Das war Konzertbericht Nr. XX in 2012 (2.Zahl/2012) und in diesem Onlinzine der insgesamt XXX. Bericht (3. Zahl).