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Ticker & Fotos: Plastic Bomb Party @ Druckluft, Oberhausen

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5. Juli 2014,  Plastic Bomb Party im Druckluft (Oberhausen)

La Fraction, Youth Avoiders, Todeskommando Atomsturm, Bazooka Zirkus, Blank Pages, Ruins

05.07.14, 18:22 Uhr:  Als wir am Oberhausener Hauptbahnhof ankommen, ist dort alles voll mit Teenies. Igitt. Und mit Bullen. Igittigittigitt. Sabbi fragte noch kurz, ob vielleicht ´ne Demo sei. Ich halte es aber für relativ unwahrscheinlich, dass dieser Part der „Jugend von heute“ (ha!) auf die Straße geht, damit bei „44575 Castrop-Rauxel“ auf RTL 2 Jasmin endlich Holger verlässt, damit Kevin zum Schuss kommt. Aber immerhin so ähnlich: Heute findet die „Ruhr in Love“ statt und das geht laut Veranstaltungshomepage so: „Ich mag Deine Unkompliziertheit. Deine Energie. Deine Ehrlichkeit. Deine Kreativität. Du bist mein Spaß-Booster.“ Mein Spaß-Booster befindet sich in meiner linken Hand, hat 70 Cent gekostet und trägt den Namen „Hansa“. Und gezz lasst mich endlich durch.

19:50 Uhr: „Ruins“ haben mich leider nicht so vom Hocker gehauen. Danach müssen Bazooka Zirkus bereits als zweite Kombo auf die Bretter, weil Blank Pages im Stau stehen. Der Auftritt selber ist super, die Stimmung bringt Sänger Micha via Ansage auf den Punkt: „Ihr kleinen, verträumten Trauerklößchen.“ Zum lustig sein ist es einfach noch zu früh für die Leber.

20:09 Uhr: Doch die Jungens sind routiniert genug, um die Meute von ihren Stühlen und Wandlehnen zu locken. Es wird kurzerhand ein Karton mit „Philipps aufgelöster CD-Sammlung“ auf die Bühne gestellt und jeder, der schnell genug ist, darf sich ne CD aussuchen und behalten. Die weiteren 60 Sekunden sind absehbar: Es dauert ´ne halbe Minute, bis der erste sich traut, dann rennen alle hinterher. Dass Philipps CD-Sammlung ausschließlich aus dem Bazooka Zirkus-Debut-Album „Kurze Hose, Holzgewehr“ bestand, hätte ich mir denken könne. Und hätte ich das gewusst, hätte ich nach dem Auftritt die Kiste mit 25 CDs mit den Labeleigenen Exemplaren unauffällig wieder aufgefüllt und noch drei Stück dazu gelegt. Wäre sicher ganz witzig gewesen, wenn die Band den Bruchteil einer Sekunde gedacht hätte, dass niemand die Teile wollte, sie alle zurück gebracht haben und noch drei weitere, die das Teil von zu Hause mitbrachten.

20:11 Uhr: Aber so kommt es natürlich nicht. Es wird brav mitgewippt und mit dem Köpfchen gewackelt. Mich eingeschlossen, aber ich darf das ja auch aus mindestens zwei Gründen. „Das ist immer noch besser als nichts, auch wenn es halt nichts ist.“

21:10 Uhr: Blank Pages gingen weitgehendst an mir vorbei. Das ist hier sowieso der pure Stress. So viele Leute, die man viel zu selten sieht und da ist die Begrüßungs- und Schnackrunde natürlich entsprechend größer, als sonst. Ich muss auch dringend mal einen Gesichterwiedererkennungs- und vor allem Einordnungskurs an der Volxhochschule belegen. Zwischen peinlich berührt sein und an sich selber zweifeln, ist da alles an Emotionen abgedeckt. Trotzdem dieser rund drei negativen Vokabeln ist es natürlich gar nicht stressig und blöd, sondern verdammt geil, hier Jahr für Jahr so viele Freund*innen und Bekannte zu treffen, die sonst wild über den Globus verteilt sind. Da eignet sich das jährliche Plastic Bomb-Festival tatsächlich besser, als alle andere Veranstaltungen, auf denen ich das Jahr über so rumlunger.

22:12 Uhr: Todeskommando Atomsturm. Bam! Was für eine geile Scheiße. Machen auch heute wie erwartet mehr als gute Laune.

23:18 Uhr: Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich keine besitze und mein Handy vergessen habe. Auf Nachfrage kommt raus, dass die Pommesbuden so langsam schließen. Halb so wild könnte man denken, denn die Veganisierbar hat einen großartigen Happi-Happy-Stand und da habe ich mich längst satt gefuttert. Aber das denken ja in dem Zusammenhang trotzdem nur die Unwissenden. Ich hingegen dachte, dass jetzt die letzte Band auftritt und hatte gar nicht mehr Youth Avoiders auffem Zettel. Also auffem Zettel schon, nur nicht drauf geguckt. Und um mal zur Sache zu kommen: Eine fantastische Band! Schön auf die Fresse und tralala. Ich bin entzückt.

0:08 Uhr: La Fraction, wie ihre Vorgänger auf der Bühne ebenfalls aus Fronkroihsch. Voilá! Ich hatte ja mit was Feinem gerechnet, aber dass die Dame und die Herren mich live dermaßen begeistern, hat die Erwartungshaltung locker getoppt. Während Fö zu  Hause „was für die Uni macht“ (haha, Scherzkeks), erreicht die Stimmung ihren Höhepunkt. Und ich bin immer noch da. Krass. Das muss bedeuten, dass das hier heute einer der bisherigen Höhepunkte des Jahres ist. Da klopf ich der Plastic Bomb Kruh mal gehörig auf die zahlreichen Schultern: Ein fantastisches Festival mit großartigem Line Up für ganz, ganz kleines Geld (8 Euro, 6 Bands, davon 2 aus Frankreich).

1:42 Uhr: Zufrieden vor mich her grunzend sitze ich in der S-Bahn. Neben mir Sabbi, die von den hinter uns liegenden Stunden genauso angetan ist. Bleibt mir nur noch, eine Gute Nacht zu wünschen: Gute Nacht!


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