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Ticker & Fotos: The Detectors, Blut Hirn Schranke, Barren Land @ Nordpol, Dortmund

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24. August 2014, Nordpol (Schwerte)

The Detectors, Blut Hirn Schranke, Barren Land

24.08.14, 17:15 Uhr:  Während ich in der Unterführung auf meine U-Bahn warte, sehe ich von weitem eine ebenso wankende wie zielstrebige Person in meine Richtung torkeln. Bereits auf dem Weg schnorrt er diverse Menschen an und als er mich endlich erreicht, verrät er mir auch wonach: „Kippe?!“ Er würde gerne rauchen und benötigt dafür als eine Zigarette, weil ohne macht keinen Sinn. Als ich ihn darauf hinweise, dass sich genau so eine hinter seinem linken Ohr befindet, grinst er mich an und verrät mir, dass er das wisse. Dann schüttelt er mit dem Kopf, geht fünf Meter weiter und fragt den nächsten wartenden Fahrgast. Guter Typ.

18:20 Uhr: Zugegeben ist das schon vor ein paar Tagen passiert, musste aber einfach eingebaut werden. Dafür ist das hier live und in schwarz-weiß: Kontrolletti. Kein Problem, bin ich doch seit gefühlten 20 Jahren an der Uni eingeschrieben und zahle halbjährlich fleißig meine Ticket-… äh, Semestergebühr. Nur dieses Mal will der freundliche Bahnangestellte die Karte maschinell auslesen und unterrichtet mich darüber, dass mein Name leider nicht auslesbar sei und das wohl derzeit bei allen Tickets „meiner Uni“ auffalle, weswegen er mir erst mal ein 40 Euro-Scheinchen ausstellen müsse. Dass mein Name samt Foto groß auf dem Ticket aufgedruckt ist und mein Personalausweis zur vollständigen Offenbarung und Vergleich meiner persönlichen Daten ebenfalls zu Rate heran gezogen wird, interessiert da nicht. Der Name ist maschinell nicht auslesbar und nur das gilt. Meine Fresse. Ey, teutsche Bahn, ich könnte Euch…

19:42 Uhr: Der Ärger ist spätestens nach dem ersten Hansa und meiner Ankunft längst verflogen. Etliche bekannte Gesichter tummeln sich vorm und im Nordpol und es ist ´ne Wohltat sich hier aufzuhalten. Da können auch Barren Land nichts dran ändern, haha. Ernsthaft: Ich hatte ja letzte Woche schon das Vergnügen und bin zu der Quintessenz (ha!) gekommen, dass ich mit solcher Musik eigentlich gar nix anfangen kann, es dafür aber richtig gut fand. Und so auch heute. Was Barren Land machen gefällt mir, obwohl es nicht meine Genreschublade ist. Sehr schöner Tanztee-Auftakt am frühen Sonntagabend.

20:22 Uhr: Aktuell groß in Mode sind in Bärte geknöppelte Jutebeutel. Heutzutage kaum noch von Nazis zu unterscheiden. Darum soll es an dieser Stelle aber gar nicht gehen, denn schließlich stehen jetzt Blut Hirn Schranke auf der Bühne und wissen ebenfalls zu überzeugen.

21:01 Uhr: Meine mir und meiner Umwelt wohl bekannten Hörprobleme geraten zunehmend in den Hintergrund, weil mir was ganz anderes Sorgen macht: Mein Kurzzeitgedächtnis. Nicht nur zu Hause kommt es immer häufiger vor, dass ich nach einem Gespräch fünf Minuten später das gleiche nochmal frage. Dabei ist es mitnichten so, dass ich geistig abwesend einfach nur nicht zuhöre. Nee, ich beteilige mich sogar an dem Dialog, bzw. lasse durch meine aktive Teilnahme es erst zu einem solchen werden. Und so ergeht es mir auch heute. Mal wieder. Ich unterhalte mich mit Timo, der mir erzählt, dass er auf einer Hochzeit fotografiert habe. Ich find das lustig, reagiere, antworte, unterhalte mich darüber. Fünf Minuten später kommt das Thema wieder hoch und ich sage mir meiner Sache sicher, davon vorher noch nie was gehört zu haben: „Wat? Du hast Fotos auf ´ner Hochzeit gemacht??“ Ich mache mir da echt so langsam ernsthafte Gedanken.

21:06 Uhr: Was mich seit einiger Zeit wirklich beschäftigt ist mein Kurzzeitgedächtnis. Es kommt nicht selten vor, dass ich mich mit irgendwem über irgendein Thema unterhalte und fünf Minuten später das gleiche nochmal frage und mich an unser gerade mal zurück liegendes Gespräch gar nicht mehr erinnern kann. Ich mache mir da echt so langsam ernsthafte Gedanken.

21:43 Uhr: The Detectors sind ´n Stück melodilidilodischer und kriegen von mir ebenfalls bescheinigt, dass mir das Freude bereitet. Ich will aber trotzdem noch die letzte, bis in mein Viertel führende, Bahn- und Busverbindung kriegen. Also hau ich jetzt ab. Tschüss.

22:40 Uhr: Ein Typ um die 60, auf dem ersten Blick kein Hochsympath steigt in den Bus und verblüfft mich, in dem er in guter alter Karl Dall-Manier philosophiert: „Das Geld wird abgeschafft, ich kenn schon einen, der hat keins mehr.“ Meine Menschenkenntnis war auch schon mal besser.

22:55 Uhr: So, ab Richtung Koje. Und morgen dann mal gucken, wo sich diese ominöse Universität befindet. Ich wünsche eine fantastische Nacht.


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