RilRec Punkrock Family

Ticker: Record Release Party von Nonstop Stereo @ Jules Papp, Krefeld


15. November 2014, Jules Papp (Krefeld)

Record Release Party von Nonstop Stereo
zum einen Album „Kontraklang“ (LP/CD)

15.11.14, 21:12 Uhr: Eine Record-Release-Party ohne Livemusike. Verrückt. Aber dennoch reizvoll, denn neben der Vorführung des neuen Nonstop Stereo-Videos und des dazugehörigen „Making Of“ gibt es ´ne Tombola (jedes Los gewinnt) und natürlich Bier. Ich sagte doch reizvoll.

21:13 Uhr: Die Pinte ist rappelvoll und die Massen warten gebannt darauf, dass es losgeht. Und nun ist es soweit. Aus der Ferne hören wir jemanden rufen: „Ihr könnt jetzt Lose kaufen.“ Und schon stürmt der gierige Mob los. Just in diesem Moment betritt ein Rosenverkäufer die Kneipe und ein kollektives „scheiße, verhört“ geht durch die Köpfe der gebremsten Glücksspielfreunde. Was für eine großartige Szene.

21:31 Uhr: Zu so einer Feierlichkeit kommen Menschen zusammen, die sich teilweise lange nicht gesehen haben. Und ein kleines Stück merkt man dann auch, dass der Ruhrpott nicht weit weg ist. Wenn ich heute schon keine Fotos mache, kann ich das mit der Privatsphäre auch auf die Spitze treiben. Daher sind die Namen des real stattgefundenen Dialoges frei erfunden. Lena: „Welche is denn jetz hier Martins neue Perle?“ Fred: „Die mit den dicksten Hupen.“ Daraufhin erspäht Lena binnen Sekunden die in der Nähe stehende thematisierte Dame, welche das bemerkt und zu Lena spricht: „Wat is?“ Lena: „Nix, ich wollt nur ma gucken.“ Woraufhin die begutachtete erwidert: „Ja, ich bin Martins neue Alte.“ Herzzerreißend, wie leicht Mensch hier ins Gespräch kommt.

23:01 Uhr: Die Vinyl-B-Seite ist durch. Die Filmvorführung unter dem Applaus der Anwesenden abgeschlossen. Und auch wir sind vollauf zufrieden. Ein total netter Kneipenabend, mit tollem Rahmenprogramm und netten Menschen. Ungewöhnlich, aber geil.

23:02 Uhr: Also noch schnell den Deckel bezahlt, Verabschiedung und ab ins Parkhaus, da der Mensch auch mal schlafen muss. Nicht zwingend im Parkhaus, aber immerhin steht da unser Auto, das uns dank Sabbi wohlbehalten nach Hause bringt.

23:23 Uhr: Mülheim Asozial versüßen uns die Rückfahrt und ich blicke zurück auf einen herrlichen Tag, der in seiner Chronologie noch einmal Revue passiert zu werden lohnt. Denn nach der Gasometer-Katastrophe – hier sollte ich den Satz mal kurz abbrechen um das zu erörtern: Im Oberhausener Gasometer läuft zur Zeit eine vom Titel her reizvoll erscheinende Ausstellung namens „Der schöne Schein“. Und eins muss ich den Veranstaltern dann doch quittieren: Der Name ist Programm. Ich habe mich selten so gelangweilt. Hatte ich doch mit tollen Lichteffekten und illusionistischen Momenten gerechnet, so sind hier ausschließlich Kunstobjekte (Gemälde, etc.) abfotografiert und aufgehängt worden. Hier und da gibt es mal eine Skulptur zu sehen, aber alles in einem Rahmen, womit ich als Kunstbanause nichts anzufangen weiß. Auch wenn es auf der obersten Ebene ein einziges überdimensionales großes Lichteffektspielchen gibt: Mir fehlt bei dieser Art von Kunst schlichtweg die Punkrockattitüde und wenn neben mir Menschen stehen, die ein Bild stark gestikulierend interpretieren, so juckt es zwar in der Hirnrinde, mich an dieser Diskussion zu beteiligen, doch um das dann wirklich eindrucksvoll durchzuziehen, bin ich einfach zu nüchtern.

23:31 Uhr: Da wir im Gasometer nicht erfroren sind, sind wir dank Abarbeitungspunkt zwei unserer Tagesplanung schnell wieder Wohl auf. Zumal man von Abarbeitungspunkten nun wirklich nicht reden kann, denn in der nachpubertären Phase angekommen, sind so Dinge wie Jahrestage Momente, die ich durch und durch zu genießen weiß. Und dazu trägt die Krümelküche in Duisburg-Hochfeld heute ihren Teil bei, die ich Euch wärmstens ans Herz legen möchte. Ein total schön aufgemachtes Café, mit verdammt geilen veganen Gerichten. Der Roots of Compassion Burger aus schwarzen Bohnen, Soja und Seitan ist der Hammer und die zum Nachtisch gereichten Kuchen und Cupcakes lassen meine niederen Instinkte dann auch schnell vergessen, dass im Kühlschrank keine alkoholischen Getränke zu finden sind. Hier ist schön, hier lässt es sich aushalten und hier solltet Ihr mal vorbeischauen. Zumal die Macher*innen äußerst nett sind und die Geschichte der Krümelküche überaus charmant ist.

0:03 Uhr: Ankunft zu Hause. Die Miezekatze überbringt uns zur Feier des Tages eine frisch erlegte Maus. Wir sind aber nun mal bereits gesättigt und wünschen eine gute Nacht. Und zwar jetzt: Gute Nacht!

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