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Ticker & Fotos: Bug Attack, Wirrsal, Robinson Krause @ Fanräume, Hamburg-St. Pauli & FC St. Pauli vs. Die Region

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29. November 2014, Fanräume Millerntorstadion (Hamburg-St.Pauli)

Bug Attack, Wirrsal, Robinson Krause

30. November 2014, Millerntorstadion

FC St. Pauli vs. Die Region (Kaiserslautern)

28.11.14, 18:33 Uhr:  Morgen geht´s nach Hambuarch, Digga. Und zwar mit dem Fernbus. Das erste Mal in meinem Leben. Da sich das Thema bei den korrespondierenden Punks ja derzeit allergrößter Beliebtheit erfreut, ist damit sich auch schon alles gesagt, was noch nicht gesagt wurde. Da es scheiße früh losgeht, habe ich alle asozialen „Verpflichtungen“ für den heutigen Vorabend über den Haufen geworfen. Ich weiß doch eh, wo das endet, wenn ich erst mal irgendwo abendlich mit Bier trinken beginne. Da kannste die Fahrt morgen früh gepflegt inne Tonne kloppen. Stattdessen standen wir pünktlich um 16:31 Uhr vor der Veganisierbar, speisten köstlich und ich kredenzte mir in aller gastlicher Gemütlichkeit fünf Halbe. Das muss reichen um endlich mal halbwegs bis zum Weckergeläut durch zu ratzen. Ein Wahnsinnsplan.

29.11.14, 5:31 Uhr: Und der ging sowas von auf. Zumindest bis 23:35 Uhr. Da hatte ich nach einer Stunde Decke anstarren (und das durch eigene geschlossene Augen) auch schon knapp 90 Minuten Schlaf hinter mir und stand mal wieder senkrecht im Bett. Warum? Keine Ahnung. Von 1 bis 3 gönnte ich mir noch ein paar Minuten Dämmerzustand, um dann über eine Stunde vor der geplanten Aufstehzeit aus der Poofe zu kriechen.

7:52 Uhr: Natürlich bin ich viel zu früh am Dortmunder Hbf. Es könnten ja mal zwei oder drei, bzw. vier S-Bahnen und Regionalexpresse dorthin ausfallen. Und dann komm ich zu spät. So hab ich halt noch ´ne Stunde Aufenthalt und kann von Kampsbäcker zu Kampsbäcker wandern.

8:10 Uhr: Hell yeah! Die Freude, dass der Busfahrer offenbar genauso überpünktlich ist, wie ich, ist groß. Kann ich schon mal ins Warme krabbeln.

8:19 Uhr: Oha. Unmittelbar vor der Abfahrt erfahre ich eher durch Zufall, dass das hier nicht der Bus nach Hamburg, sondern der nach  Berlin ist. Jetzt aber schnell raus.

8:21 Uhr: Da fährt er dahin ohne mich. Puh, Glück gehabt.

8:23 Uhr: Mein Gepäck. Scheiße, ey. Mein Gepäck!

8:24 Uhr: Puh, durchatmen. Ich wollte den Rucksack zwar zunächst in den Gepäckraum schleudern, habe mich dann aber dazu entschieden, dass das auch als Handgepäck durch geht. Jetzt, wo ich ihn auf meinem Rücken spürre, bin ich wieder beruhigt. Alter Falter, wat is so ne Busfahrt stressig. Obwohl sie noch gar nicht losgegangen ist.

9:04 Uhr: Vor knapp 10 Minuten sollten wir abfahren. Und dieses Mal definitiv mit dem richtigen Bus. Auf meinem reservierten Platz in der letzten Reihe liegt ein Typ, der über Kiel nach Indien will. Da er die Nacht durchgemacht hat, überlasse ich ihm natürlich meinen Sitz, damit er auf der Rückbank ein paar Stunden Schlaf bekommt und suche mir was anderes. Inzwischen stehe ich mit dem Fahrer vor dem Kaffeeautomat, der mir zum vierten Mal meinen Euro zurück gibt und Gott und die Welt verflucht (recht so!), dass das Teil mir meinen Kaffee nicht geben will. Die anderen Fahrgäste werden langsam ungeduldig.

9:08 Uhr: Nach dem siebten Aus- und Einschalten des Gerätes haben wir die Lösung gefunden. Der Kaffee kostet 1,15 Euro. Dass man da beim Einwurf eines Euros keinen bekommt, liegt nahe. Jetzt ist aber alles gut. Ich habe meinen Kaffee, der Indien-Auswanderer pennt friedlich, der Busfahrer entschuldigt sich auch in meinem  Namen für die Verzögerung und der Motor ist gestartet. Nur die Kaffeebecher sind jetzt alle.

10:12 Uhr: In Münster ist der nächste Zustieg für weitere Fahrgäste. Und natürlich krabbelt jemand in den Bus, der komplett aus blau-weißer Strickware besteht: Blau-weiß gestrickte, respektive gehäkelte Mütze, Schal, Umhang und so weiter und so fort. Der damit eng verknüpfte Schnauzbart, vermutlich ebenfalls gehäkelt, ist eine Frage der Ehre. Und wo setzt er sich hin? Ha! Falsch gedacht. Eben nicht zu mir, sondern zu dem Junggesellinnenabschied ganz vorne im Bus. Ich spüre so etwas wie Genugtuung, obwohl das keinen Sinn macht.

14:21 Uhr: Was das Pennen außerhalb der eigenen diversen Wände angeht, bin ich ziemlich eigen. In Hamburg wäre es alles andere als ein Problem, sich irgendwo einzuzecken. Aber ich brauche, egal ob alleine oder mit Sabbi unterwegs, mein Stück eigene vier Wände. Ich könnte es nicht ertragen, wenn ich morgens verkatert bin, wenn da andere Menschen um mich rumspringen. Ich brauche meinen Platz zum bedingungslosen rumjammern. Und selbst wenn ich keinen Kater habe, brauche ich zumindest mein eigenes Klo. Ich weiß, das ist total bekloppt, aber irgendwie geniere ich mich, Badezimmer von befreundeten Menschen voll zu stinken. Laut furzend durch ´nen Bahnhof latschen: Kein Problem. Aber guten Freunden die Folgen des Trockensojas spüren zu lassen, da habe ich dann doch erhebliche Hemmungen. Naja, am Ende ist es die Summe von allem, aber ich brauche schlichtweg morgens Raum und Zeit für mich ganz alleine. Deswegen bin ich auch kein Rockstar geworden. Denn der Weg zur eigenen Hotel-Suit geht bekanntermaßen über die Isomatten voller AZ-Backstageschlafräume.

14:13 Uhr: Und so stehe ich nun mit weit aufgerissenem Mund vor dem Hotel „Stadt Altona“, in der letzten Schmuddelecke, 5 Minuten Fußweg vom Ende der Reeperbahn. Vermutlich innerhalb des einzigen Quadratkilometers St. Paulis, der noch nicht gentrifiziert wurde. An dem 60er-Jahre-Bau, so erfuhr ich bereits nach meiner Buchung in diversen Bewertungsportalen im Internet, wurde seit seiner Errichtung kein Handschlag mehr getan. Als ein Taxifahrer dort Anfang des Jahres ein Pärchen abliefern wollte, hat dieser drei Mal nachgefragt, ob sie sich sicher seien dort hin zu wollen, weil seiner Meinung nach das Hotel bereits vor Jahren abgerissen wurde. Oder mit einem Wort zusammen gefasst: Für mich absolut perfekt!

14:18 Uhr: Der Empfang ist freundlich, die Zeit steht still. Alles ist im peppigen 1963er Beige gehalten. Die Farbe an den Wänden ist abgeblättert, den Aufzug meide ich als Platzangstgeplagter Mensch. Ich habe alles richtig gemacht. Denn ich habe mein eigenes Klo.

14:23 Uhr: Die Sachen inne Ecke gepfeffert und ab geht´s ins „Befried“, bevor ich mich mit RILBFHPA-Mitgründer und Freund Ata treffe. Vor dem Hotel treffe ich vier junge Damen, die das Hotel ebenfalls entern wollen – oder müssen – und sich vorwurfsvoll gegenseitig anmaulen. Die Frage „wer hat das gebucht?“ steht im Raum und droht die lang währende Freundschaft mit einem Schlag zu beenden. Ich – ganz Gentleman – versuche zu vermitteln und zu beruhigen. Ja, natürlich habe ich auch gelesen, dass an den Wänden Blutflecken sein sollen und alles voller Schimmel und Staub. Aber das wurde schon etwas übertrieben dargestellt. Denn die paar rote Fleckchen stammen schlimmstenfalls von dem Erlegen von Kleingetier wir Mäuse oder Ratten. Ach so, Ihr dachtet bei den Zeilen gar nicht an Mord und Totschlag, sondern an platt geklatschten Mücken? Ähm, ja OK, dann noch einen schönen Aufenthalt.

15:14 Uhr: Die Lebensgeister melden sich zurück und ich lasse sie rein. Das vegane Jägerschnitzel im Befried zaubert mir wie gewohnt ein breites Grinsen der Zufriedenheit auf die Lippen. Danach hole ich Ata von der S-Bahn ab und Hand in Hand hüpfen wir vergnügt in Richtung „Osborne“, der Kneipe direkt neben dem Befried. Warum auch immer. Das haben wir beim letzten Mal schon so gemacht, weil Ata sagt, das ist da schön urig drin und da kann man auch Fußball gucken, wenn man will. Also rein da.

15:16 Uhr: Oha. Schon beim eintreten kriege ich Kopfschmerzen. Da ich ja meine Raucherphase, die ich mit 34 begann und mit 37 Jahren beendete, seit einigen Jahren hinter mich gebracht habe, kann ich es nur begrüßen, dass in Ennerwehschen Gaststätten nicht mehr gequalmt wird. Ich kann absolut nicht beurteilen, in wie fern Kneipen darunter wirklich zu leiden haben, aber ich kann mir wirklich nur schlecht vorstellen, dass Menschen, die ein Leben lang gerne in Pinten gegangen sind, jetzt mit dem Arsch zu Hause bleiben, nur weil sie zum paffen vor die Türe müssen. Na Latte. In Hamburg ist das jedenfalls ganz anders. Vielleicht sind auch alle NRW-Raucher*innen hierher ausgewandert. Denn hier im „Osborne“ bin ich geneigt den Qualm zur Seite zu wedeln, um die Sicht zur Theke herzustellen. Das toppt selbst den Konzertschuppen in Leiwen, von dem mir heute, nach knapp 10 Jahren, noch immer der Qualm in den Augen steht. Was hier an Nikotin in der Luft steht, ist schlichtweg nicht zu beschreiben.

18:11 Uhr: Mehr als eine Stunde haben wir es dort nicht ausgehalten. Selbst Gelegenheitsraucher Ata nicht – und das heißt was. Die Hoffnung, draußen die frische Luft in vollen Zügen genießen zu können, weicht der Tatsache, dass der Qualm so sehr in sämtlichen Atemwegen und Sinnesorganen steht, dass das Gehirn erst mal kapieren muss, dass in der Hinsicht ein paar Meter Entspannung eintritt. Jetzt sitzen wir in der FC St.Pauli-Fankneipe Jolly Roger. Da ist schön, da fühl ich mich zu Hause. Und dort lernen wir „Terror“ kennen, der uns mit selbstgepanschten Schnaps im Anschlag die nächsten Stunden versüßen wird und dabei mindestens 20 Mal fragt, ob wir Slime kennen.

21:03 Uhr: An dieser Stelle verwandeln sich meine Ticker-Notizen in völlig unentzifferbare Hieroglyphen. Nach sechs Stunden an der Flasche nicht wirklich verwunderlich und eigentlich längst Zeit Pommes holen zu gehen. Doch wir haben noch Großes vor. Die Frage, ob ich mit meinem Besuch die Shitlers im Hafenklang oder Bug Attack in den St. Pauli-Fanräumen überrasche, beantwortet mir die Tatsache, dass das Hafenklangkonzert, zusammen mit den Eight Balls, längst ausverkauft ist. Also falle ich Olli Bug Attack um den Hals und der ist ebenso freudig überrascht, wie meiner einer.

23:31 Uhr: Vor drei Stunden wollte Ata seinen Zug in Richtung Horst bei Elmshorn, nördlich von Hamburg nehmen. Jetzt sehe ich ihn noch immer zusammen mit Terror im Augenwinkel rumtorkeln. Ich lasse mich derweil an der Theke zum Schnaps trinken verleiten, was nun mal gar nicht so mein größtes Hobby ist. Bug Attack war natürlich super, danach nimmt mein Urteilungsvermögen rapide ab. Als Robinson Krause als letzte Band des Abends loslegen soll, ist sie noch gar nicht da, taucht aber doch irgendwann auf.

0:38 Uhr: Ich taumel stolpernd durch die Reihen und suche Ata, finde ihn aber nicht. Alles andere ist auch recht verschwommen. Stemmen, Lena und Sibbe, „The Driver“ Marc und einige andere sind zu meiner großen Freude inzwischen auch eingetroffen. Und ich mache das, was ich am besten kann: Pommes holen.

30.11.14, 9:51 Uhr: Ich liege jammernd in meinem Hotelbett. Das Fenster ist weit aufgerissen, draußen sind Minustemperaturen. Trotzdem schwitze ich und zitter gleichzeitig. Jedes Aufstehen ist ein Atomkrieg. Und um 10 Uhr muss das Zimmer geräumt sein. Ich versuche es in Richtung Klo, setze mich drauf und kann nicht. Irgendwie packe ich meine sieben Sachen zusammen und stoße alle paar Sekunden leidende Geräusche aus. Mit ganz kleinen Schritten schaffe ich es die Treppe runter zur Rezeption um dort meinen Schlüssel abzugeben und mich zu verabschieden. Die dicke Frau wünscht mir noch einen schönen ersten Advent. Super Idee.

10:02 Uhr: Draußen ist es arschkalt. Das geplante Fotoshooting vom Hotel entfällt, weil ich es eh nicht schaffen würde, den Fotoapparat aus der Jacke zu kramen. Ich zittere wie Espenlaub und Katerbedingter Schüttelfrost kehrt ein und freut sich euphorisch, meinen Körper eingenommen zu haben und ihn zu beherrschen. Trotzdem gelingt es mir nicht Schritte hinzukriegen, die größer als eine Schuhlänge sind. Ich bin froh, immerhin Schuhgröße 46 zu haben.

10:14 Uhr: Ich schaffe es an der Bude eine Mate zu bestellen, schleppe mich zur S-Bahn und muss auf einmal tierisch aufs Klo. Ich krümme mich und die Arschbacken zusammen, mein Oberkörper wankt im Wechsel nach vorne und nach hinten. Der Herr gegenüber von mir wechselt von Sitz- auf Stehplatz.

10:23 Uhr: Ankunft Hamburg Hauptbahnhof. Hier will ich meinen Rucksack einschließen um ihn nach dem St. Pauli-Spiel und vor der Fernbus-Rückfahrt wieder abzuholen. Ich brauche ein paar Versuche, aber es gelingt mir. Ich versuche angesichts dieses Erfolges, welcher hinsichtlich meines Zustandes auch kaum zu toppen ist, zu lächeln. Ich verlasse die Schließfachecke und suche die Bahnhofsklos, für die ich in diesem Moment mein gesamtes Hab und Gut hinlegen würde. Meine Schrittlänge hat sich inzwischen halbiert, damit auf dem Weg zum Klo kein Unglück passiert. An furzen ist jetzt nicht zu denken.

10:26 Uhr: 1 Euro, in meinen Augen ist das für die vor mir liegende Entspannung, ein absoluter Spottpreis. Leider sind alle vier Klos belegt und ich nehme Platz 2 in der Warteschleife an, noch immer jammernde Laute von mir gebend, die die Umstehenden gekonnt ignorieren.

10:39 Uhr: Tür 3 geht auf und hinaus tritt ein zahnloser, in eine graue Decke gehüllter, Obdachloser, der in meiner Kabine offensichtlich die Nacht verbracht hat. Und nicht zur das. Er hat Klo Nummer 3 auch zu seinem eigenen, ganz privaten „Osborne“ erklärt. Der Qualmgehalt in seinem beschaulichen Zimmer steht dem gestrigen kaum in etwas nach. Doch es hilft alles nichts. Eine weitere Türöffnung zu warten, wäre viel zu riskant. Ich trete ein, vermeide aber die Luft anzuhalten, weil mein Schädel dann erst recht platzen würde.

10:46 Uhr: Tür auf und erlöst. Zwar hat sich alleine durch den Klogang mein Kater nicht verabschiedet, aber ich fühle mich angesichts des entleerten Darms immerhin an einer Körperstelle ein Stück erleichtert. Meine Schrittlänge verdoppelt sich wieder und durch die kalte Luft krieche ich zurück in Richtung St. Pauli. Die U- oder S-Bahn meide ich, denn durch den entspannten Darmbereich tritt jetzt die Einsicht in den Mittelpunkt, dass es auch noch andere Körperregionen gibt, die gegen eine Entleerung nichts einzuwenden hätten.

10:48 Uhr: Meine zitternde Reise dauert genau zwei Minuten, dann frage ich mich, warum ich mir das überhaupt antue. Einen Moment lang winselt die Erlösungs-Option durch meinen Kopf: Eintrittskarte irgendwem in die Hand drücken, Busticket in den Altpapiercontainer schmeißen und mit dem nächst besten IC nach Hause entschwinden. Doch dann meldet sich mein nicht vorhandener Stolz. Beziehungsweise es erscheint mir zu anstrengend, in meinen Bewegungsablauf eine Drehung von 180 Grad einzubauen.

13:33 Uhr: Die Zeit bis zum Spiel laufe ich blöd durch die Gegend und warte schließlich vor dem Stadion auf alte Gesichter. Auch wenn die in Sachen „Alter“ mit meinem heute nicht konkurrieren können. Eigentlich wollte ich zunächst mit Marc oder den Neu-Wulmstorfern ins Stadion gehen, dann kündigt sich aber doch noch Brian, der Ex-Posaunist von Rantanplan und Freund alter Tage, an. Ihn zu sehen ist immer eine große Freude, also geselle ich mich an den nördlichsten Rand der Gegengerade und philosophiere dort über Hörgeräte. Mein Zustand ist inzwischen tatsächlich ein Stück besser geworden. Trotzdem noch mies genug, um zum ersten Mal in meinem Leben ohne ein einziges Bier in einem Fußballstadion zu verweilen.

15:31 Uhr: Aus die Maus. Das einzige Erfolgserlebnis, das der FC St. Pauli zu vermelden hat, ist ein geschossenes Tor. Das war im Millerntorstadion zuletzt im Oktober der Fall und da die Gäste aus Kaiserslautern, besser bekannt als „Die Region“, es drei Mal besser gemacht haben, rutschen die Kiezkicker auf den letzten Tabellenplatz. Ich trinke vor den Fanräumen dann doch noch ein kleines Bier, das muss dann aber wirklich für heute reichen. Anschließend geht´s mit der S-Bahn zurück zum Hauptbahnhof um mit dem Fernbus zurück in den Pott zu tingeln.

16:12 Uhr: Au man ey. Denkste. Zumindest liegt noch ein weiterer Toilettengang vor mir, da sich urplötzlich der Darm wieder meldet. Ich überlege kurz, ob ich den Buchtitel des zweiten Jahrgangs des „Punkrock Almanachs“ in „Aus dem Leben eines Jammerlappens“ umbenenne. Doch dafür ist keine Zeit.

16:14 Uhr: Kaum habe ich meinen Klo-Euro in die Durchgangsvorrichtung geworfen, stürmen drei Volldoofe in den Kloraum. Der erst schreit, er müsse aufs Klo. Die Klofrau antwortet ihm, dass noch alles besetzt sei, was ihn zu der hochintelligenten Frage verleitet: „Wir lange noch?“ Anschließend poltert er Minutenlang gegen jede Tür und schreit rum, dass das schneller gehen müsse. Und das nicht etwa, weil sein Drang sich zu Entleeren so groß ist, sondern weil er ein unheimlich dämlicher Vollproll ist. Als endlich eine Kabine frei wird, schert er sich natürlich nicht darum, dass ich eigentlich an der Reihe wäre und zugegeben, hätte ich auf meinen Platz trotz aller Dringlichkeit unter diesen Umständen geschissen. Haha, „geschissen“. Wie witzig.

16:18 Uhr: Es ist Ruhe eingekehrt im Hause Männerklo. Meine Fresse, ich und mein Toilettenproblem. Kennt Ihr das eigentlich, wenn selbst die Fäkalien noch nach Qualm vom Vorabend riechen? Bevor Ihr auf die Idee kommt, dass Ihr hier nach meinen Qualen ohne jeden Ekel hier rauskommt.

22:42 Uhr: Die Rückfahrt war voll OK. Ich hatte die letzte Reihe für mich, habe auf dem Tablet den Sonntagstatort geguckt – und mal wieder nicht verstanden – und sitze jetzt in der S-Bahn, die mich von Dortmund nach Witten bringt. Es gab schon entspanntere Reisen nach Hamburg, aber was tut man nicht alles, um… Ja, um was eigentlich? Um sich voll verkatert und jammernd den Arsch abzufrieren? Um ohne Bier im Stadion eine weitere Niederlage einzustecken? Oder um mit zu platzen drohenden Darm in einer vollgeräucherte Klo-Kabine fast zu ersticken? Wahrscheinlich ist es die Summe von allem, was bei mir trotzdem den Eindruck hinterlassen hat, dass es mal wieder verdammt geil im hohen Norden war. Wir sehen uns wieder im Dezember. Bis dahin, revolutioniert mal Eure Rauchgewohnheiten. Gute Nacht!


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