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Geschichten aus dem Jenseits oder was?

Ich bin ja nun wirklich keiner, der in irgendeiner Weise was mit spirituellem Gelöte anfangen kann. Ich kann mir zwar vorstellen, dass es Dinge gibt, die wir mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen können, aber diese beim Namen zu nennen halte ich für ziemlich gewagt und irgendwelchen Erscheinungsgeschichten stehe ich mit höchster Skepsis gegenüber. Dass irgendwas vorbestimmt ist kann ich genauso wenig glauben und halte es da eher mit Freund und Labelkollege Frank, der in seinem Song „Rainer Zufall“ ebensolche Einstellung hegt.

Rotzalledem dürften auch einigen von Euch schon Momente widerfahren sein, die Ihr mit Eurem – in welcher Dimension auch immer vorhandenen – Verstand nicht erklären konntet, die mitunter auch schon mal unheimlich waren. Und da ich ja gerne meine Erlebnisse mit Euch teile, gebe ich jetzt tiefste Einblicke in den heutigen, sich dem Ende neigenden, Montag.

Gestern hatte ich mich mit meiner Freundin darüber unterhalten, dass ich gelegentlich von mir nahestehenden Menschen träume, die bereits verstorben sind. Dabei handelt es sich häufig um Familienmitglieder, die bereits vor vielen Jahren aus dem Leben geschieden sind. Dabei ist das bemerkenswerteste,  dass es in den Träumen grundsätzlich so ist, als seien diese Menschen nie gestorben. Noch nie habe ich mich in einem Traum gewundert, dass eine längst verstorbene Person auf einmal wieder da ist. Noch nie gab es sowas wie Wiedersehensfreude. Es ist schlichtweg in den Träumen so, als würde es die Zeit zwischen Ableben und Traum nicht gegeben haben. Die Menschen tauchen auf und waren niemals weg. Das alleine ist sicher noch nicht spektakulär und geht vermutlich vielen von Euch so. Wenn da nicht der Traum in der darauf folgenden Nacht gewesen wäre:

In dieser Nacht träumte ich nämlich davon, dass meine Familie irgendwo gemeinsam an einem Tisch saß. Unter anderem meine Oma, die vor wenigen Wochen gestorben ist. Als ich diese erblickte dachte ich im Traum sofort: „Leute, Ihr könnt mich doch nicht verarschen. Oma ist tot. Es ist eindeutig nur ein Traum.“ Zunächst wollte ich die Familie fragen, was der Scheiß soll, dann dachte ich aber: „Blödsinn. Die sind doch auch nur ein Teil des Traumes und können da nichts zu.“ Schließlich stellte ich im Traum meine Oma zur Rede, bzw. sah sie so an, dass sie sofort wußte, dass ich es gecheckt habe., mich nur in einem Traum zu befinden, da sie schließlich gar nicht mehr leben würde. Daraufhin stand sie auf, sagte „ich leg mich mal besser hin“ und verschwand, während ich noch angesäuert ein „ja, ich denke auch, dass das besser ist“ hinterhersprach. Danach war der Traum beendet.

Nun mache ich mir zwar auch keine Gedanken darüber, wie so ein Traum auf einmal entstehen kann, ob da noch andere Kräfte wirken, blablabla. Aber irgendwie war mir das doch etwas suspekt.

Nachdem mich dieser Traum am heutigen morgen noch kurz beschäftigte, hatte der Alltag mich natürlich auch schnell wieder ein. Zumindest für die nächsten Stunden.

Mit meiner Freundin bewohne ich in Witten eine Wohnung in einem Dreifamilienhaus. Wir haben die oberste Wohnung, so dass 3/4 bis 4/5 der Wand aus Schräge besteht. Auf der einen Seite sind fünf Fenster ins Dach eingelassen, zwei davon gehören zur Küche. Ein Fenster davon nutzt eine unserer beiden Katzen häufig als Ein- und Ausstieg. Selbst jetzt, wo das Dach zugeschneit und vereist ist, schafft es das Tier durch diverse Sprünge, Kralleneinsatz und Balancierakte tatsächlich immer wieder aufs neue, bis zum Fenster zu kommen ohne das Dach herunterzupurzeln und auf die Terasse zu klatschen.

Und auch heute Nachmittag stand da vor dem Fenster zur gewohnten Zeit (meistens kommt sie zur gleichen Zeit angeschissen, weil sie weiß, dass es dann Futter gibt) diese Katze, so dass meine Freundin mich – gerade am Fenster stehend, es jedoch nicht gleich wahrnehmend – bat, sie reinzulassen. Also öffnete ich das Fenster und erschrak, weil unsere Katze auf einmal einen ganz merkwürdigen Gesichtsausdruck hatte. Es schien, als sei die untere Gesichtshälfte auf einmal zusammengefallen und deutlich schmaler als sonst. „Sag mal, das ist sie doch gar nicht“, sagte ich zu meiner Freundin. Sie entgegnete „doch klar, wer soll das denn sonst sein“ und als wir das Fenster öffneten, haute die Katze auch nicht ab, sondern schaute uns erst einmal an, während wir sie aus der Nähe staunend betrachteten. Mimose – so der Name unserer Katze – ist weitgehendst schwarz, hat aber einen weißen Fleck unter der Nase, der ausschaut wie ein halber Schnäuzer.  Generell ist Mimose optisch nicht gerade die 08/15-Katze, von der es in der Nachbarschaft drölf ähnlich aussehende Tiere gibt. Diese Katze aber war Mimose 1:1 aus dem Gesicht geschnitten, wäre da nur diese komische Kopfform nicht. Schließlich jagte meine Freundin sie weg, weil sie es schlichtweg nicht sein konnte, und wir ja schließlich unseren Vierbeinern beim Verteidigen ihres Revieres gerne helfen. Als das Tier das Weite suchte, sahen wir, dass sie auch von hinten original wie Mimose aussah. Während das eine Hinterbein komplett weiß war/ist, ist am anderen Hinterbein noch die Pfote weiß. Es war schlichtweg unglaublich. Die zwei bis vier Katzen aus der Nachbarschaft, sind uns natürlich bekannt. Aber dieses Tier haben wir noch nie gesehen. Und wie kann es sein, dass ausgerechnet diese 1:1-Kopie den komplizierten Pfad über die vereisten Dächer findet und auf sich nimmt, um genau an dem Fenster zu stehen, wo Mimose immer ein- und aussteigt? Selbst bei gutem Wetter hat sich noch keine andere Katze hier hoch getraut, bzw. den Weg hier hoch gefunden.  Warum auch? Es würde überhaupt keinen Sinn machen, dass eine fremde Katze den Weg zu genau diesem Fenster wählt. Und ausgerechnet jetzt, bei diesen arschglatten Verhältnissen, erst recht auf dem schrägen Dach, sitzt auf einmal diese Kopie an genau dieser Stelle. Einen Moment lang denken wir noch, dass es vielleicht doch Mimose war, die von einer Nachbarskatze aufs Maul bekommen hat und deswegen so schräg aus der Wäsche guckt. Doch nur zwei-drei Sekunden, nachdem wir die Katze hinter dem Dach verschwinden sehen, kommt Mimose wohlbehalten, in aller Seelenruhe durch die Katzenklappe unserer Wohnung. Selbst uns, die über irgendwelche gespenstische Geschichten meist nur ein müdes Lächeln übrig haben, stockte der Atem. In zwei Sekunden kann kein Lebewesen der Welt vom Dach, über die Terasse, durch die Haustür, nach oben sprinten und dann auch noch die Kopfform ändern. Und als wir unittelbar danach unsere Nachbarin fragten, die sich neben uns als einzige im Haus befand, ob sie gerade die Tür geöffnet hätte oder die Katze reingelassen hat – vielleicht stimmt ja was mit unserem Zeitsinn nicht  (wenn man an sich selber zweifelt sucht man halt irgendeine Begründung) – musste diese verneinen. Dass unsere andere Katze – Smokely Dokely – seitdem einen völlig verstörten Eindruck macht, bilden wir uns möglicherweise ein. Aber alles andere ist nun mal haargenau so geschehen und zugegeben – ich find´s echt irgendwie scheiße unheimlich. Und jetzt kommt Ihr…

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