RilRec Punkrock Family

Zwakkelmann „Kulturbeutel 2010“ (CD)

Kulturbeutel

KulturbeutelVERÖFFENTLICHUNG RR 015, 16.04.2010

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Kommt im Einwegkulturbeutel.

Im Vertrieb von Broken Silence.

Bereits zum vierten mal lässt Schlaffke Wolff (Sänger der Punkrocklegende SCHLIESSMUSKEL) sein Soloprojekt (mit Band) ZWAKKELMANN in Albumform auf die Menschheit los. Nach dem kleinen Punkrockmusical „Vollhorst“ darf auch sein neustes Werk getrost als „nicht ganz normal“ eingestuft werden. Sein Kulturbeutel ist die hauseigene Antwort auf die „Kulturhauptstadt 2010“  (die sowieso gar nicht Essen, sondern nur Hamminkeln – Geburts- und Wohnort des Künstlers – heißen kann) und kommt auch dieses mal im außergewöhnlichen Gewand daher. Eine Mischung aus hymnenhaften Ohrwürmern („Kontrolliertes Trinken“, „Ja –  vielleicht bin ich asozial“), melancholischen Selbstzerstörungstrieben („Sommerloch“) und Zeitreisen in die nie weggewesene Schliessmuskel-Zeiten („Muss scheissen“) unterstreichen die Einzigartigkeit dieses erstaunlichen Künstlers. Mit seinen unverkennbaren Wurzeln im Punkrock und den unvergleichbaren persönlichen, selbstironischen Texten, ist Zwakkelmann in seinem ganz eigenen Genre beheimatet. 

Ox: ZWAKKELMANN schlägt wieder zu, und das bereits zum vierten Mal. Das nenne ich mal konsequentes Verfolgen der eigenen Mission. Aber das Komponieren, Texten, Einstudieren und Aufnehmen kleiner, feiner Pop-Songs – in diesem Falle „16 hübsche HiFi-Hits“ – ersetzt nun einmal wunderbar den überteuerten Psychiater. Und wenn man sich mit ZWAKKELMANNs Texten wie „Kontrolliertes Trinken“, „Onanie“ oder „Ja – vielleicht bin ich asozial“ beschäftigt, drängt sich schon der Verdacht auf, dass dieser von Nöten wäre. Aber zum Glück gibt es eben das Ventil des Musizierens. Was auch noch den Vorteil hat, dass die Welt da draußen in den Genuss immer wieder wunderbarer Lieder aus Schlaffkes Feder kommt. Diesmal unterstützt von Schlagzeug und Bass, ist inzwischen endgültig aus der Ein-Mann-Band ein regelrechtes Rocktrio geworden, das aber natürlich nach wie vor ganz klar durch Schlaffkes Handschrift geprägt ist. So kommen nicht nur alte SCHLIESSMUSKEL-Fans auf ihre Kosten, sondern auch jeder Mensch mit seinem Herz am richtigen Fleck, denn etwas Herzliches, Zerbrechliches und durch und durch Menschliches umgibt jeden einzelnen Song von „Kulturbeutel 2010“. (9 von 10 Punkten)

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