Diese(r) Blog(-Rubrik) ist im Stile alter klassischer Punk-Egozines (Ego-Fanzines) gestaltet. Sprich es geht hier primär um das (Er)Leben der jeweils schreibenden Person und das kann manchmal sehr weit über den vorgeschobenen Aufhänger (das Spiel) des Berichtes hinaus gehen. Wir haben weder den Fokus auf (Vollständigkeit) fanspezifische(r) Themen und erst Recht nicht auf das sportliche Geschehen. Für beides sehen wir andere digitale und physische Publikationen für geeigneter an und auch nicht alles was uns durch die Hirse geht und/oder geschieht, muss hier auch rein. Es ist also alles sehr persönlich und geht häufig über den Spieltag hinaus. In diesem Sinne: Enjoy oder auch nicht.
Vorgeplänkel - Regionalliga Nord vs. 3. Liga
Unter der Leitung der gerade einmal 17 Jahre jungen Solea Helene Rohloff steigt im Sternschanzenpark das Derby zwischen dem Team, das sich aktuell einen Platz ÜBER den "Abstiegsplätzen" befindet und dem Team, das sich aktuell einen Platz UNTER Platz 1 (berechtigt zur Aufstiegsrelegation gegen die Nord-Ost Vertreter*innen) befindet. In Wirklichkeit ist das alles viel komplizierter, aber wir "ÜBER" und die Rauten "UNTER" klingt irgendwie gut, auch wenn es so gar nicht stimmt: Denn da im nächsten Jahr aus den fünf Regionalligen drei 3.Liga-Staffeln werden, KANN der derzeitige 10. Platz für Liga 3 genügen (falls die Nord-Meister*innen in der Relegation zur 2. Liga erfolgreich sein werden und von oben kein Team runterkommt). Es kann im herausforderndsten Fall aber auch schon der 9. Platz nicht mehr reichen (falls Meppen aus der 2.Liga absteigt - was nun nicht gerade wahrscheinlich ist - und die Nord-Meister*innen in der Relegation verkacken). Und dann können wir natürlich noch ausdiskutieren, ob es überhaupt ein "Abstieg" in dem Sinne wäre und nicht ein "Klassenerhalt", denn schließlich gibt es die Regionalliga auch zukünftig, nur dann im Ligenbaum eine Ebene tiefer. Puh, das Derby ist jetzt schon anstrengend.
Da wir aber eh erst bei Spieltag 7 sind, ist der Ausgang heute hinsichtlich Ligenzugehörigkeit natürlich längst nicht entscheidend, also streicht den Absatz und freut Euch auf den nächsten. Oder auch nicht.
Hier gewinnt nur eine, St. Pauli und sonst keine!
Erster Halt Vereinsheim. <3
"Nee, wir nehmen nicht die Bahn, wir laufen, ist doch trocken jetzt!" Zumindest seit ein paar Minuten, wie uns der Blick aus dem wundervollen Vereinsheim verrät (geht da hin und supportet dieses wundervolle Projekt!). Erst auf halbem Weg zum Sternschanzenpark ergießt sich der vermutlich für den gesamten Monat bundesweit eingeplante Regen auf uns. Was soll's, it's Derbytime.

In den letzten Tagen gab es viel Trubel um das Frauen-Team: Die umstrittene Entlassung von Schnecke Kalla und Dennis Dreke, die gefühlt aus dem Nichts kam und von vielen kritisiert wurde sowie die geplante Professionalisierung: da wird sicher demnächst noch an anderer Stelle einiges an Lesestoff nachkommen.

Die Anlage ist gut gefüllt, Stimmung ist auch in der Bude. Wen wundert es: Nach wenigen Minuten gehen wir bereits durch Lina Jubel in Führung und Malena Watzlawik macht in Halbzeit 2 den Deckel drauf (das 3:0 durch Foulelfmeter). Ein (fast) nie gefährdeter erster Saisonsieg mit einer souverän auftretenden Schiedsrichterin. Rings um mich herum tolle Menschen, viel besser kann der verspätete Wochenend-Auftakt doch kaum sein.

Funfact: Als ich gestern am späten Abend auf der Suche nach Einschlaf-Trigger auf einmal an das mich so gar nicht interessierende Länderspiel vorbeizappe, meinte ich dort Rachel Rinast als Expertin am Spielfeldrand erkannt zu haben. Ich denke kurz: "Ey, was soll der Scheiß, die hat in 18 Stunden ein Derby zu spielen!" und bin beruhigt, als ich beim zurück zappen feststelle, dass sie es doch nicht war. Ein Glück, denn sonst wäre vermutlich folgender Lacher nie entstanden:
Der Ball kullert ins Seitenaus auf einen langbärtigen Typen mit Kutte zu, der die Kugel ungelenk in Richtung Rachel zurückspielt. Weit von präzise, so dass er in feinster Hamburger Mundart hinterher ruft: "Schulligung, Rachel, ich kann nich so mittem Ball um." Rachel, während sie schon halb einwirft: "Alles gut, ich auch nicht!"

Abpfiff, Jubel, Trubel, Heiterkeit, noch kurz was in der Rindermarkthalle essen, ab in den Van, noch n Teechen kochen und dann ab in die Koje. Die Zeiten ändern sich und nichts daran ist falsch. Zumindest nicht, wenn mensch es darauf runterbricht. Gute Nacht!
Nachtrag: In diesem Bericht wurden Begriffe wie Spieler*innen gegendert, obwohl wir bei Spielen der offiziellen Herren-/Männerteams das nicht machen. Der Grund dafür ist, dass wir nicht wissen, wie sich jede einzelne Person auf dem Spielfeld geschlechtlich definiert. Dieser Tatsache möchten wir durch das Gendern gerecht werden. Auf der anderen Seite ist es aber auch inkonsequent, weil es natürlich auch bei den Herren-/Männerteams sein kann, dass sich nicht alle auf dem Platz männlich definieren. Selbst wenn jetzt etliche Lesende die Hände über den Kopf zusammenschlagen, werden wir uns mal Gedanken machen, wie wir zukünftig damit umgehen werden.














