Teil 2: Kommerz vs. Vereinsliebe? Please play this song at the Millerntor!

Ich habe ein wenig die Befürchtung, dass der Contest zu einem Wettbewerb verkommen könnte, wo es für viele Teilnehmende gar nicht primär um den Verein geht. Die Bemühungen einiger Bewerber*innen erinnert mich eher an das Streben in den Charts ganz oben zu stehen oder irgendeinen tollen Preis abzusahnen. Dabei bietet dieser Contest tatsächlich die große Chance am Ende eine Hymne von Menschen zu haben, die den Verein wirklich fühlen, ihn lieben und die echte Emotionen mit ihm verbinden. Musiker*innen die ihre eigenen authentischen Gefühle gekonnt in Worte packen und Fans mitnehmen, denen es ähnlich geht. Fans, die diese Emotionen teilen, mitfühlen und diese gemeinsam vor dem Spiel hinausschreien. Oder sogar singen. Das ist das, was ich mir erhofft habe. Doch ich befürchte, dass diese Chance von der Beliebigkeit aufgefressen wird.

Dabei ist ZSK nur die Spitze des Eisberges. Eine Band, die bewusst alles einsammelt, was Fans hören wollen und denen es ziemlich offensichtlich in erster Linie darum geht unbedingt zu gewinnen und nicht darum, etwas in Worte zu packen, was sie wirklich fühlen.

Ich will damit nicht sagen, dass diversen Bands, die da teilnehmen, der Verein komplett am Arsch vorbei geht. Und ganz sicher haben auch ZSK ihre Sympathien für den FCSP. Aber auf der einen Seiten einem Verein wirklich nah sein, sich als Teil des Ganzen zu begreifen und auf der anderen Seite Fans zu fragen, was sie gerne hören möchten, um es wie eine Service-Dienstleistung zusammenzupressen, ist dann doch nochmal ein anderer Schnack.

Nun ist es aber nicht bloß so, dass Bands selber aktiv werden. Es werden auch massenweise Songs von Fans eingereicht, denen dieser Aspekt vollkommen egal erscheint: Unwichtig, welchen Background die Musiker*innen haben, hauptsache ihr Genre wird bedient. (Weitgehend) unerheblich, für wen das Fußballherz der Interpret*innen schlägt (Rauten etc. mal außen vor gelassen), hauptsache die Parolen stimmen. Und zu großen Teilen auch vollkommen egal, wie Hymnen- aka Mitsingkompatibel ein Song ist und ob er Wucht entfachen kann. Der eigene Musikgeschmack steht für viele über allem.

Natürlich ist das alles völlig legitim. Von den Bands genauso wie von den Fans. Aber meins ist das nicht.

Ich hoffe inständig, dass es vielleicht doch vielen anderen auch so geht wie mir und sie die Chance hinter diesem Contest in ähnlicher Form begreifen. Dass hingeschaut wird, wer da überhaupt über unseren Verein musiziert. Ob die Zeilen wirklich Authentizität vermitteln oder ob es nur darum geht "zu gewinnen", möglicherweise sogar ein Auswärtsspiel. Vielleicht wäre es ganz gut gewesen, wenn jede Band noch einen Fünfzeiler füllen müsste, warum sie sich bewirbt und was sie mit dem FCSP verbindet.

Vielleicht täuscht mein Eindruck aber auch und in Wahrheit werden 99% der eingereichten Songs von Menschen getextet, komponiert und vorgetragen, deren Herz tatsächlich braun-weiß-rot leuchtet, wenn mensch es erst einmal rausgerissen betrachtet. Wenn am Ende aber selbst bei der Hymne der Kommerz die Vereinsliebe schlägt, werde ich den Heimspiel-Slot noch einmal für einen entspannten Klogang nutzen.

Fürs Zweite: Gute Nacht!

Soundtrack zum 2. Teil: Please play this song at the Millerntor.
Teil 1 gibt es hier.
Weitere Infos zum SPSC gibt es hier.