Samstag, 14.02.26, 15:30 Uhr, Bundesliga (M), 22. Spieltag, BayArena
Disclaimer: Diese(r) Blog(-Rubrik) ist im Stile alter klassischer Punk-Egozines (Ego-Fanzines) gestaltet. Sprich es geht hier primär um das (Er)Leben der jeweils schreibenden Person und das kann manchmal sehr weit über den Aufhänger (das Spiel) des Berichtes hinaus gehen. Wir haben weder den Fokus auf (Vollständigkeit) fanspezifische(r) Themen und erst Recht nicht auf das sportliche Geschehen. Für beides sehen wir andere digitale und physische Publikationen für geeigneter an und auch nicht alles was uns durch die Hirse geht und/oder geschieht, muss hier auch rein. Es ist also alles sehr persönlich. In diesem Sinne: Enjoy oder auch nicht.
Das Becher-Debakel
Es ist eine wahre Geschichte, die im Übertragenen sinnbildlich für dieses Spiel steht:
Ich hatte tatsächlich noch zwei leere Becher vom Pokalspiel. Nach Schlusspfiff war mir der Getränkestand viel zu voll und weit und breit war da niemand, der sie haben wollte: Kein VcA, keine Kinder, keine anderen sammelnden Personen und irgendwann stand ich mit den Teilen vor dem Stadion. Folglich habe ich sie halt mitgenommen und einfach ins Auto geschmissen.
Aber was will ich mit dem Scheiß? Hässlicher Becher mit hässlichem Wappen. Also schleppe ich sie wieder zurück dahin, wo sie hingehören. Nun wäre es aber nicht das erste Mal, dass der Ordnungsdient das Mitbringen von Bechern, selbst wenn sie aus dem selben Stadion stammen, untersagen. Da hilft auch kein Appell ans selbstständige Denken: Der Beutel gehört aufs Band und die Hartplastikbecher sind gefährlich, sofern mensch sie selber mitbringt und nicht am identischen Tag im Stadion zum Getränk erhält.
Nicht aber in Leverkusen! So intensiv die Filzerei war, so viel ich auch hervorkramen musste von Schlüssel, über Augentropfen, Kugelschreiber, Zettel und Taschentücher, so wurde beim finalen Griff an meine Jackentasche ohne Rückfrage kurz vermerkt: "Ah, ok, Becher. Viel Spaß!"
Und dann stand ich da: Völlig verdutzt im Stadioninneren mit zwei leeren Bechern in der Hand. Komplett euphorisch, diese (mangels alkfreiem Bier) direkt in bare Münze umzutauschen. Aber erst mal den Fanclub-Lappen aufhängen.
Also hoch zum Oberrang, weiter die wenigen Stufen zur vorderen Blockbegrenzung, den Lappen drüber geworfen, einmal nach vorne gebeugt, ob das so geht und "pock, pock". Was war denn das für ein Geräusch? Es waren tatsächlich meine beiden Becher, die irgendwie aus meiner Jacke runter in den Stehbereich gefallen sind. Wie gut, dass wir immer so früh drin sind und sich in der nähe der Aufschlags noch niemand befand (wer auch immer sie dort gefunden hat: Gönn Dir!). Tapsoba und Poku erhöhen in der 2. Halbzeit schließlich noch auf 4:0.
Weiteres zum Sportlichen
1. Das war seit langer Zeit mal wieder eine durch und durch verdiente Niederlage.
2. Siehe hier (Millernton).
Bayer Leverkusen
Zwei Mal in 11 Tagen hier hin zu müssen, ist nicht schön. Mal ganz vom Ergebnis abgesehen. Dieser Verein verkörpert so viel Unangenehmes, wie ich es sonst nur in Dortmund empfinde. Wenn ich unter dem Spielbericht auf der B04-Seite lese "30.210 (ausverkauft)" dann breche ich fast in Gelächter aus. Sind das alles Kleinsponsoren, die Karten kaufen und die Plätze dann leer lassen? Oder die in der Fankurve (naja) in kompletter Breite über mehrere Reihen schwarz-roten Stoff hängen, so dass dort überhaupt keiner sitzen kann? Is that the way zum ausverkauft sein?
Und die, die tatsächlich da sind: Auf der Osttribüne (gegenüber der Haupttribüne) verlassen 15 Minuten vor Ende die Menschen in Scharen das Stadion, als würde Leverkusen 0:4 zurück liegen (und selbst dann wäre es unangenehm). Als das Spiel in die Schlussphase geht ist dort bestenfalls noch jeder 3. Platz besetzt.

Dieser Verein spielt seit Jahren international, landete letzte Saison auf Platz 2 und war davor Teutscher Meister. Und trotzdem passiert hier nix. Da hilft auch kein Ausverkauft-Zettel, wenn in der Realität nicht einmal die rund 27.000 Home-Plätze vollgemacht werden. Trotz Rheinland kriegt mensch hier nicht mal richtig Karneval hin. Nicht, dass ich es vermissen würde, aber ein paar traurige schlecht verkleidete Gestalten, deren Anwesenheit mit einem musikalischen Niveau der Marke "ich hab 'ne Zwiebel auffem Kopf, ich bin ein Döner" untermalt wird, sind sinnbildlich für das Gesamtwerk Bayer 04 Leverkusen.
Ich kann mich erinnren, dass ein gewisser Organisationsleiter sich vor vielen Jahren mal darüber amüsiert hat, dass hier nach jedem Spiel Reinigungstrupps durchs Stadion laufen und die ganzen Aufkleber abknibbeln (zumindest habe ich das so in Erinnerung). Da musste ich direkt dran denken, als sämtliche Sticker vom Pokalspiel bereits heute wieder entfernt waren, obwohl zwischen diesen beiden Begegnungen kein anderes Spiel lag. Was ist das für ein Verständnis von Fankultur? Kann der Ligaplatz, den dieser Verein blockiert, nicht einfach an einen anderen Club gehen? Meinetwegen an Elversberg. Oder an Sandhausen. Das war da immer sehr schön: Von Heidelberg durch die Weinberge zum Stadion wandern. Aber bitte tut dieser Liga nicht länger Bayer Leverkusen an.
Outtro
Schlusspfiff. Während in den digitalen Kommentarspalten etc. diverser Plattformen Menschen, die sich irgendwie mit dem FCSP verbunden fühlen, auch heute wieder wetteifern, wer denn nun der Schuldigsten ist (Blessin, Bornemann, Oke, Corny Littmann oder USP), zeigt der Awayblock geschlossen auch noch nach Abpfiff, dass wir bis zum Ende alles geben werden. Bis zum Ende und darüber hinaus. So und nicht anders!

Gute Nacht!












